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Guardia Civil für Tod von Flüchtlingen verantwortlich gemacht

07.02.2014

Mindestens 13 Menschen verloren beim Versuch ihr Leben, in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen

Wieder einmal wird der paramilitärischen Guardia Civil in Spanien vorgeworfen, mit harter Gewalt gegen Flüchtlinge vorgegangen zu sein. Nun war nicht die Exklave Melilla das Szenario (vgl. Spanien rüstet Grenze mit messerscharfem Draht gegen Flüchtlinge auf), sondern das ebenfalls von Marokko umschlossene Ceuta. Inzwischen sind es mindestens 13 Menschen, die am Donnerstag ihr Leben verloren, als sie versuchten an einer der beiden Stellen in die EU zu kommen, wo Europa direkt auf Afrika stößt.

Weitere vier Leichen wurden am heutigen Freitag an der Mole gefunden, an der sich am Donnerstag das tödliche Drama ereignet hat. Die Guardia Civil habe mit Gummigeschossen auf die etwa 250 bis 400 Menschen geschossen, die versucht haben, über eine Landzunge, die ins Meer reicht, den messerscharfen Klingendraht zu umgehen, wird den Paramilitärs vorgeworfen.

Nach einem gescheiterten Versuch, zunächst die Grenze am Übergang Tarajal zu überwinden, seien die Flüchtlinge zum Strand gerannt. Dort hätten sie sich ins Wasser gestürzt, als die marokkanische Gendarmerie gegen die Flüchtlinge vorgegangen sei. Doch erst die "Schüsse mit Gummigeschossen und Tränengas" hätten eine Panik ausgelöst, berichtet die Hilfsorganisation "Caminando Fronteras". Tatsächlich sind, anders als meist gemeldet, mindestens vier Flüchtlinge nicht ertrunken, sondern totgequetscht worden.

Gummigeschosse auf den Kopf abgefeuert

Gegenüber der Tageszeitung El Mundo erklärt Womsi Desire aus Kamerun: "Die Guardia Civil hat Gummigeschosse auf meinen Kopf abgefeuert". Die Flüchtlinge seien deshalb ertrunken. "Sie haben auch Tränengas auf uns gefeuert, während wir geschwommen sind." Während sonst die marokkanische Gendarmerie beschuldigt wird, mit äußerster Brutalität vorzugehen, sei die Gewalt der spanischen Grenzschützer diesmal "ähnlich oder noch brutaler" gewesen, berichtet Caminando Fronteras mit Bezug auf Augenzeugen und Betroffene.

Die spanischen Behörden erklären, keiner der Flüchtlinge habe spanisches Hoheitsgebiet erreicht. Der Präfekt von Ceuta, Francisco Antonio González, verwies auf die "Aggressivität" der Flüchtlinge, die Steine geworfen hätten und "sehr gewaltsam" bei dem Versuch vorgegangen seien, die Grenze am Übergang Tarajal zu überwinden. Die Guardia Civil habe ihr Material zur Aufstandsbekämpfung dort "nur zur Abschreckung" eingesetzt. Die Paramilitärs bestreiten, auf schwimmende Flüchtlinge geschossen zu haben. Auch González ging davon aus, dass weitere Leichen gefunden werden würden.

Sowohl in Ceuta als auch in Melilla wird mit neuen Versuchen von Flüchtlingen gerechnet, nach Europa zu gelangen und dabei verlieren immer wieder Menschen ihr Leben (vgl. Spanische Gründlichkeit). Nach vorläufigen Zahlen sollen es aber im Laufe des vergangenen Jahres etwa 1.700 Menschen geschafft haben, die schwer gesicherten Grenzen an den Exklaven Melilla und Ceuta zu überwinden.

Für Mónica García ist klar, dass Spanien dem Drama der Einwanderung "nicht gewachsen ist". Die Direktorin der Hilfsorganisation "Acoje" beklagt, dass es weiter zu derlei traurigen Vorgängen kommen werde. "Weder das Anbringen von messerscharfem Klingendraht noch die Verlängerung von Hafenmolen wird verhindern, dass Menschen vor Menschenrechtsverletzungen fliehen." Die Aufrüstung der Grenzen "löst das Problem nicht", verweist sie auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, wonach jeder das Recht, "jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen" oder "in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen".

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