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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Hat Israel Ziele im Südlibanon angegriffen?

04.02.2013

Mit dem Luftangriff auf Syrien könnte Israel in ein Wespennest gestochen haben

Auf der Sicherheitskonferenz in München machte der israelische Noch-Verteidigungsminister Ehud Barak deutlich, dass Israel sich stark genug fühlt, präventiv Bedrohungen militärisch zu bekämpfen. Israels Luftwaffe konnte wieder ungehindert in den syrischen Luftraum eindringen und dort einen Konvoi mit Waffen für Hisbollah und/oder ein Forschungszentrum zu bombardieren. Ansonsten schweigt die israelische Regierung vielsagend

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Barak sagte, es dürften keine "fortgeschrittenen Waffensysteme in den Libanon" gebracht werden. Seiner Ansicht wird Assad in Syrien bald die Macht verlieren, was auch Iran und die Hibsollah im Libanon schwächen werde. Das wird zwar so sein, dass aber der Angriff eben zu der Zeit erfolgte, als Netanjahu nach den für ihn nicht vorteilhaft ausgegangenen Wahlen eine neue Regierungskoalition bilden muss, dürfte kein Zufall sein. So spielt Sicherheit, die Bedrohung von außen, wieder eine primäre Rolle und lässt die innen- und sozialpolitischen Themen sowie den unerwünschten Friedensprozess mit den Palästinensern in den Hintergrund treten.

Möglicherweise war die weltweite Reaktion auf den Luftangriff in Syrien ermutigend, auch wenn Assad vor Gegenschlägen warnte, so dass nun, wie etwa Times of Israel mit Verweis auf libanesische Medien berichtete, die israelische Luftwaffe nach den üblichen Scheinangriffen am Sonntagabend auch Ziele im Südlibanon, der Hochburg der Hisbollah, angegriffen habe. So soll eine Sendeanlage von FutureTV in der Nähe der Küstenstadt Tyros getroffen worden sein.

Dass kurz danach die Hisbollah einen Luftangriff abstritt und die Explosion des Sendemasten auf eine Blendgranate zurückführte, zeigt, wie aufgeladen die Situation an Israels Nordgrenze ist. Israel hat bereits begonnen, an der syrischen Grenze einen stählernen Zaun mit einer entsprechenden Pufferzone zu errichten. Man hat Angst, dass die islamistischen Militanten in Syrien nach Israel kommen könnten, man will aber auch Flüchtlinge nicht haben. Allerdings haben syrische Oppositionelle Assad vorgeworfen, zu schwach auf Israels Angriffe zu reagieren, was deutlich macht, dass Israel mit der militärischen Intervention in Syrien in ein Wespennest gestoßen haben könnte. Die Demonstration der Macht könnte sich auch gegen Israel auswirken.

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