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Hawaii: Rote Karte für Monsanto & Co

06.11.2014

Bürger stimmten für Gentech-Moratorium im County Maui

Knapp über fünfzig Prozent der Wähler stimmten am Dienstag, 4. November, für einen Anbaustopp von Gentech-Pflanzen im County Maui, Hawaii. Bemerkenswert dabei ist, dass die Initiative zu dem Gesetzesantrag von einer Grassroots-Bewegung ausging und sich durchsetzte. Monsanto und andere Gentech-Befürworter hatten zuvor mit einem enormen PR-Budget versucht, ein Moratorium zu verhindern.

Wie Telepolis berichtete (Gentech-Moratorium auf Hawaii?), wurde erstmals in der Geschichte von Maui-County ein Gesetzesantrag von Bürgerinnen und Bürgern selbst auf den Weg und zur Abstimmung gebracht. Mit ihrer Forderung eines Moratoriums für den Anbau von Gentech-Pflanzen konnte die Grassroots-Bewegung SHAKA-Movement ausreichend Wähler mobilisieren und am vergangenen Dienstag einen Erfolg verbuchen.

Hawaii ist aufgrund der fruchtbaren Böden und des ganzjährig milden Klimas sehr beliebt bei der Gentech-Industrie. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Experimente gestartet. Konzerne wie Monsanto betreiben sogar eigene Farmen in dem Land. Mit großem PR-Aufwand stemmte sich die Industrie deshalb gegen ein Moratorium. Medienberichten zufolge investierten Gentech-Befürworter knapp acht Millionen US-Dollar, um entsprechende Kampagnen zu lancieren. 5,1 Millionen US-Dollar steuerte Monsanto bei, 1,8 Millionen US-Dollar kamen von Dow AgroSciences. Dagegen konnten die Befürworter des Moratoriums lediglich eine Summe von knapp achtundsechzigtausend Dollar (64.780 US-Dollar davon flossen in Kampagnen) auftreiben. Sie setzten vor allem auf persönliche Gespräche mit der Bevölkerung, Protest-Märsche, Social-Media-Networking und Crowdfunding.

Das Moratorium wird zeitlich befristet angelegt, vergleichbar mit dem Gentech-Moratorium in der EU von 1998. Der Initiative zufolge sollen negative Folgen - speziell Gesundheits- und Umweltgefahren - eindeutig abgeklärt werden. Die Kosten dafür hätten nach Ansicht des SHAKA-Movements die Konzerne zu tragen. Insbesondere die mit dem Anbau verbundene Ausbringung von Pestiziden ist den Gentech-Gegnern ein Dorn im Auge.

Monsanto zeigte sich indes enttäuscht vom Ausgang der Befragung. Wie bereits in den vorangegangen PR-Kampagnen betonte das Unternehmen zu erwartende negative wirtschaftliche Effekte. Es wären rund tausend Arbeitsplätze durch das Moratorium gefährdet, heißt es in einem ersten Statement. Auch wolle man die Rechtmäßigkeit der Initiative prüfen lassen.
Die Gentech-Gegner sehen sich allerdings nicht als "Job-Vernichter". Sie betonten bereits im Vorfeld, dass die Konzerne sehr wohl die Möglichkeit hätten, auf regionale Sorten beziehungsweise nachhaltigen, konventionellen Anbau umzusteigen. Dann würden keine Arbeitsplätze gefährdet.

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