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Taglinger klickt neben der Spur

Ich war es nicht, das waren die Anderen

18.01.2012

Wenn man seinen Twitter-Account gehacked bekommt, dann muss man auch ertragen, dass im eigenen Namen Dinge in die Welt gesetzt werden, die da nicht hingehören

Wir stellen uns das so vor. Irgendjemand kam sich besonders schlau vor und nutzte die Liste der 25 grottenschlechten Passwörter für das Jahr 2011, die Forbes dankenswerterweise publiziert hat. Und dann wird sich dieser Irgendjemand gesagt haben: Jetzt glaubt sicher niemand mehr, dass noch irgendjemand diese Passwörter nutzt, also nutze ich sie, dann klaut mir garantiert keiner mein Passwort. Also streng nach dem Muster: Ich weiss, dass Du weisst, dass ich es weiss, weisst Du.

Und dann hat eben doch jemand zum Beispiel den Twitter-Account der Huffington Post gehackt, indem er einfach das Passwort 123456 ausprobiert. Und siehe da, während die Redaktion sich noch darauf konzentrierte, ob sich auch jemand ihrer Emails angenommen hat und diese an Tante Anni schickt, hat ein Bösewicht übles Zeug im Namen der Huffington Post getwittert.

Das ist ein übles Schlupfloch, vor allem wenn das in der Standardkategorie für Ausreden einen Platz einnimmt. Bei einem Viertklässler würden wir uns ja noch nach einer schlechten Prüfung den Satz Meine Stegreifaufgabe wurde gehackt eingehen lassen, aber wenn dann Bundespräsidenten den Verdacht äussern sollten, dass die Mailbox von mittelmässigen Chefredakteuren sicher leicht von iranischen Experten zu infiltrieren seien, fänden wir das doch etwas affig. Gut, einen Bundeswulff akustisch in die Welt zu setzen, könnte vielleicht noch gehen, auch wenn die harte Aussprache nur mühsam mit dem Ärger des Anrufers erklärbar wäre. Im wesentlichen gilt aber: Wir trauern mit jedem, der Opfer einer geknackten Passwortdatenbank wird. Alle anderen sind dafür verantwortlich, dass das Erraten von Passwörtern ein ziemlich langwieriges Unterfangen wird. Und auf den eigenen Twitterstream zu schauen, ist Pflicht. Aber das machen wir ja alle.

P.S.: Twittert Wulff eigentlich oder machen das Freunde für ihn?

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