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Im Gottesstaat USA scheint die Religion jetzt auch an Bedeutung zu verlieren

27.12.2009

Offenbar scheinen die USA mit großer Verzögerung den Prozess der Säkularisierung und Aufklärung einzuschlagen, den die anderen Industriestaaten schon lange begonnen haben

Die USA sind als einziges westliches Industrieland ein religiöser Staat. Manche haben die USA schon mit einem Gottesstaat verglichen. Allerdings scheint nun doch auch die in allen Ländern stattfindende Säkularisierung in God's own Country allmählich zu beginnen. Vielleicht haben auch Politiker wie George Bush zu viel Schindluder mit der Religion betrieben und sind die stramm rechten, meist evangelikalen Gläubigen mit ihrer Heiligsprechung des freien Kapitalismus, der kriegerischeren Missionierung, der Ablehnung des Sozialstaats, der Missachtung der Wissenschaft (vor allem, was die Klimaerwärmung und die Evolution betrifft) und der altertümlichen Bio-, Geschlechter- und Sexualpolitik betrifft, nun doch einmal an die Grenzen des Glaubwürdigkeit oder des Ertragbaren gestoßen.

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Wie auch immer, nach einer Gallup-Umfrage scheint die Religiosität der US-Amerikaner trotz Immigration der Latinos allmählich zu sinken. Noch sagen zwar 78 Prozent der Amerikaner, sie seien Christen, aber das ist nach den Gallup-Umfragen, die seit dem Zweiten Weltkrieg geführt werden, ein Tiefststand. Kontinuierlich legen seit einiger Zeit diejenigen zu, die sagen, dass sie keine Religion haben, auch wenn es immer nur noch 13 Prozent sind, 2003 waren es erst 10 Prozent, 1998 7 Prozent, 1948 nur 2 Prozent.

Für die "Normalisierung" der Verhältnisse spricht auch, dass Religion an Bedeutung verliert. Zwar sagen weiterhin 56 Prozent, dass Religion für sie sehr wichtig sei, aber immerhin schon 19 Prozent geben an, dass Religion für sie keine wichtige Rolle spielt. Dementsprechend sinkt auch die Zahl derjenigen, die Mitglied einer Kirche sind. Allerdings sieht es nach Gallup so aus, als könnte sich der Trend auch wieder wenden. 2007 waren es 61, jetzt sind es 63 Prozent. Bis Ende der 1970er Jahre waren es immer mehr als 70 Prozent.

Die Frage, ob Religion alle oder die wichtigsten Fragen beantworten kann, beantworten zwar immer noch 57 Prozent mit Ja – mit Bush ging die Befürwortung von 68 Prozent aber doch stetig nach unten. Jetzt sagen aber auch schon 29 Prozent, dass Religion nicht mehr zeitgemäß sei. Um 2001 waren dies gerade einmal 19 Prozent.

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