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Internet-Filter als Rettungspaket für die Pornoindustrie

31.03.2009

Die Sperrung einer Standard-Übersicht für kostenlose Bilder und Filme in der australischen Liste deutet darauf hin, dass die Filterlisten zumindest einen wirtschaftlichen Effekt haben werden

Wie Hal Faber am Sonntag nach einem Blick in die australische Filterliste feststellte, befindet sich dort eine sehr bekannte Domain, die eine Übersicht auf verschiedenste Spielarten erotischer Interessen bietet. Vieles davon ist etwas befremdlich – aber eine Sache ist darauf nicht zu finden: Kinderpornographie. Dafür haben die gesammelten Angebote eine ganz andere Gemeinsamkeit: Sie sind alle kostenlos.

In Deutschland wurde die australische Liste vom BKA-Chef als vorbildlich gelobt - es ist also zu erwarten, dass die Domain auch in der deutschen Liste enthalten sein wird. Begründet man diese Sperrung mit der im November neu eingeführten "Jugendanscheinspornographie", nach der Kinderpornographie plötzlich nicht mehr das ist, was der gesunde Menschenverstand sich darunter vorstellt, sondern alles, worauf sich eine unbekleidete Dame in aufreizender Pose findet, die so aussieht, als ob sie vielleicht – wohlgemerkt vielleicht - knapp unter 18 sein könnte? Vielleicht. Im Endeffekt wird aber gar keine Begründung notwendig sein, weil die Listen ja alle so streng geheim sind, dass selbst Links über beliebig viele Ecken darauf strafbar sein sollen.

Pornohersteller dürften sich in jedem Fall ob der Nachricht die Hände reiben: Sie klagten bereits seit vielen Jahren, dass sie der Boom der Amateuraufnahmen im Zusammenhang mit dem Internet ruinieren würde. Nun ist zu erwarten, dass die mit Abstand wichtigste Übersicht an kostenlosem Material in Bälde für den Großteil der deutschen Nutzer gesperrt sein dürfte. Was wiederum die Nachfrage bei kommerziellen Anbietern steigern wird, die sich – genaueres darf man ja nicht wissen – möglicherweise nicht auf der Liste finden.

Damit würde die Einführung der Sperrliste exakt das Gegenteil von dem bewirken, was Ursula von der Leyen als Begründung für die Notwendigkeit der Maßnahme angegeben hat: Sie schafft einen Anreiz für die Produktion von Pornographie, weil die kommerziellen Anbieter die neue Nachfrage ja irgendwie befriedigen müssen.

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