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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Island tilgt IWF-Kredite vorzeitig

16.03.2012

Die finanzielle Gesundung Islands scheint rasant voranzuschreiten

Während die finanziell gestrauchelten Eurozoneländer sich wohl auf Jahre hinaus immer wieder um neue "Hilfskredite" werden anstellen müssen, hat Island anscheinend bereits wieder genug Geld, um die Hilfskredite des IWF und der nordischen Staaten früher als geplant zurückzuführen.

So meldete der IWF eine am 12. März eingelangte Zahlung von 288,8 Millionen an "Sonderziehungsrechten" (SDR) im Wert von 443,4 Millionen US-Dollar, die erst 2013 fällig geworden wäre. Damit sinken die IWF-Schulden Islands um rund ein Fünftel auf nun 1,014 SDR (1,6 Mrd. USD), wobei Island zuvor bereits eine vergleichbare vorzeitige Zahlung an die nordischen Staaten überwiesen hat, die dem Land in der Krise beigestanden hatten. Trotz dieser Zahlungen liege die "reserve adequacy" (das Verhältnis der Devisenreserven zu den kurzfristigen Auslandsverbindlichkeiten) Islands über dem Standard von 100 Prozent.

Während des Crashes von 2008/2009 hatte sich Island als weltweit einziges Land, das unter den exorbitanten Auslandsverpflichtungen seiner Banken zusammengebrochen war, nicht den Forderungen der internationalen Kreditgeber gebeugt und die vier großen Banken, die mit einem Mehrfachen des isländischen Sozialprodukts verschuldet waren, nicht gerettet. Obwohl Holland und Großbritannien, wo die Banken besonders stark verschuldet waren, erhebliche Drohszenarien aufbauten, um Island zur Übernahme dieser Verbindlichkeiten zu zwingen, durfte die Bevölkerung abstimmen und erteilte den ausländischen Rückzahlungsbedingungen eine Absage.

Nun dürfte die Erfahrung Islands nicht so leicht auf Griechenland oder Portugal übertragbar sein - insbesondere weil dort deutlich weniger Potential für Exporterfolge bestehen dürfte und zudem (ohne Euro-Austritt) auch keine Währungsabwertung möglich ist.

Allerdings wäre Island jedenfalls kein abschreckendes Beispiel, sollte die Bevölkerung dieser Länder die Misere irgendwann satt genug haben, um Regierungen, EU-Kommission und IWF samt den internationalen Finanzmärkten in die Wüste zu schicken.

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