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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Israel plant Bodenoffensive in den Gaza-Streifen

12.11.2012

Erneut gab es einen Schusswechsel mit Syrien, auch an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei spitzt sich die Situation wieder zu

Obgleich ägyptische Geheimdienstmitarbeiter zwischen Israel und der Hamas einen Waffenstillstand vereinbart hatten, der am Sonntagabend in Kraft trat, spitzt sich die Situation weiter zu. Am Montag früh wurde schon die erste Rakete wieder aus dem Gaza-Streifen abgefeuert und beschädigte in Netifot mehrere Häuser. Später wurden weitere Raketen abgeschossen. Davor hatte allerdings die israelische Luftwaffe erneut einen Tunnel und ein Waffenlager im nördlichen Gaza-Streifen und eine Raketenabschussvorrichtung im südlichen Teil bombardiert. Hamas hatte sich während der Nacht an die Vereinbarung gehalten, nicht aber, wie zu erwarten war, der Islamische Dschihad.

Nach Medienberichten bereitet sich die israelische Regierung auf einen möglichen Einmarsch in den Gaza-Streifen vor. Regierungschef Netanjahu sondiert inzwischen die Situation bei anderen Regierungen, damit Israel nicht beschuldigt wird, zur Eskalation beigetragen zu haben. Er soll in Gespräche mit Botschaftern vieler Länder aufgenommen haben, um für Unterstützung einer militärischen Intervention zu werben, die den Raketenbeschuss stoppen soll. Wie es heißt, will Netanjahu den Botschaftern sagen, dass "kein Land in der Welt die aktuelle Situation tolerieren würde, wenn Dutzende von Raketen und Geschosse kontinuierlich auf unsere Zivilbevölkerung gefeuert werden". Der Erziehungsminister Fiedeon Sa'ar hatte gestern erklärt, es werden eine Bodenoperation geplant. Allerdings scheint man sich im Kabinett über einen Einmarsch nicht einig zu sein.

Während israelische und US-amerikanische Einheiten mit Patriot-Systemen eine Militärübung machen, um einen möglichen iranisch-syrischen Angriff abzuwehren, ist auch im Norden Israels wieder eine Granate aus Syrien eingeschlagen. Gestern erst hatte das israelische Militär nach eigenen Aussagen eine Rakete auf syrische Stellungen als Antwort auf den Einschlag einer Granate in der Nähe eines israelischen Posten auf den Golanhöhen zurückgeschossen. Das sollte als symbolische Warnung dienen, scheint aber nicht geholfen zu haben. Da angedroht wurde, bei einem erneuten Beschuss, auch wenn es sich wieder um eine verirrte Granate handelt, schärfer zu reagieren, musste reagiert werden. Tatsächlich schoss die Armee als Antwort nun zwei Granaten auf die syrische Stellung ab, eine soll diese getroffen und mindestens zwei Soldaten verletzt haben. Syrien soll auf Umwegen mitgeteilt haben, dass man die Botschaft verstanden habe.

Israel wird allerdings trotz der militärischen Reaktion und Drohung möglichst vermeiden, in den Konflikt hineingezogen zu werden. Auch die syrischen Rebellen fürchten einen Rückschlag, sollte Israel sich in die Kämpfe einmischen, weil das nur das syrische Regime stärken und ihm Rückhalt bei anderen arabischen Staaten geben würde.

Auch an der Grenze zur Türkei nehmen wieder die Spannungen zu. Die syrische Luftwaffe bombardiert mit Hubschraubern und Kampfflugzeugen die seit Donnerstag in der Hand der Rebellen befindliche Stadt Ras al-Ain, die direkt an der Grenze zur Türkei liegt. Türkische Kampfflugzeuge sind aufgestiegen, um die Grenze zu kontrollieren. Angeblich haben die Piloten Anweisung, das Feuer zu eröffnen, wenn syrische Flugzeuge über die Grenze kommen.

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