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Israels Marine hat das jüdische Gaza-Boot gestürmt

28.09.2010

Mehr als 30 km vor der Küste wurde das Schiff mit jüdischen Aktivisten abgefangen, um es nun in den Hafen Ashdod zu bringen und so die Blockade aufrechtzuhalten

Nach Angaben des israelischen Militärs IDF wurde das Schiff Irene "friedlich" abgefangen. Wohl auch um neuen Anschuldigungen zuvorzukommen, wurden bei dieser besonders heiklen Aktion auch gleich ein Video auf die Website gestellt. Es zeigt, wie "Irene" von zwei Marinebooten in die Zange genommen und dann von Soldaten bestiegen wird.

Das Schiff war im Rahmen der von jüdischen Organisationen geplanten Aktion "Jewish Boat to Gaza" mit Hilfslieferungen auf den Weg zum Gazastreifen, um gegen die Blockade zu demonstrieren. An Bord befinden sich 7 jüdische Aktivisten und zwei Journalisten aus Großbritannien, den USA, Deutschland und Israel. Mit an Bord ist der 82-jährige Holocaust-Überlebende Reuven Moskowitz. Er sagte am Tag zuvor: "Wir sind traurig, dass sie uns stoppen wollen und alle daran erinnern, dass ein wirklicher Held derjenige ist, der versucht, aus einem Feind einen Freund zu machen." Sie dazu auch den Beitrag von Georg Meggle in Telepolis: Jüdisches Gaza-Boot.

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Screenshot aus dem IDF-Video

Die israelische Marine berichtete, dass das Schiff um 11:30 gekapert worden sei, nachdem man zwei Warnungen übermittelt habe, es aber weiter gefahren sei. Die Aktivisten berichteten auf ihrer Website, dass sie von einem israelischen Kriegsschiff gegen 8 Uhr am Morgen gefragt worden seien, woher sie kommen und wohin sie wollten. Die letzte Nachricht war, dass sie von 10 Militärschiffen eingekreist worden seien. Dann riss der Kontakt ab. Nun werden die Aktivisten mitsamt dem Schiff in den israelischen Hafen Ashdod gebracht. Auf der letzten bekannten Position befand sich das Schiff etwa 30 km vor der Küste von Gaza. Die Hoheitsgewässer erstrecken sich allerdings nur 12 Meilen (22km) ins Meer, Israel beansprucht aber 20 Meilen.

Die Aktivisten hatten natürlich damit gerechnet, von der Marine abgefangen und nach Israel gebracht zu werden. Israel hatte ihnen auch zuvor das Angebot gemacht, nach einer Kontrolle der Hilfslieferungen diese in den Gazastreifen zu bringen. Allerdings geht es den Aktivisten auch nicht um die wenigen Hilfsgüter, die sie auf dem Katamaran mitführen konnten, sondern um den Protest gegen die Blockade. Die Aktivisten hatten angekündigt, den Befehlen der Marine nicht zu gehorchen, aber auch keinen Widerstand zu leisten.

Bei der ersten Free-Gaza-Aktion im Mai waren neun Aktivisten beim Kapern des Bootes getötet worden, was zu scharfer Kritik an Israel und einem Zerwürfnis mit der Türkei führte.

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