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Jeder vierte Thüringer ist rechtsextrem

12.11.2015

Wissenschaftler haben fremdenfeindliche Einstellung untersucht

Immer mehr Thüringer neigen rechtsextremen und fremdenfeindlichen Einstellungen zu. Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige "Thüringen Monitor" von Wissenschaftlern der Universität Jena.


Nach Informationen der Tageszeitung "Thüringer Allgemeine", die am Mittwoch vorab aus der Studie berichtete, stufen die Wissenschaftler knapp ein Viertel der Befragten als rechtsextremistisch ein. Nach Jahren rückläufiger Tendenzen, sind fremdenfeindliche Einstellungen in Thüringen wieder gestiegen.

Eine knappe Mehrheit der 1000 Befragten stimmte der Aussage zu, die Bundesrepublik sei in "gefährlichem Maß überfremdet". 40 Prozent zeigten sich überzeugt, Ausländer kämen nur nach Deutschland, um den Sozialstaat auszunutzen.

Noch deutlicher zeigt sich der Rechtsdrift in Fragen der Flüchtlingspolitik: Eine "großzügige Prüfung" von Asylanträgen durch den Staat lehnten 70 Prozent der Befragten ab. 55 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Asylsuchende "keine Verfolgung im Heimatland" zu befürchten hätten. Und 42 Prozent der Thüringer wollen der Studie zufolge keine Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarschaft haben.

Nicht nur Ausländerfeindlichkeit, sondern auch die Demokratiefeindlichkeit unter den Thüringern steigt. Rechtsextreme Einstellungen zeigten die Befragen zum Beispiel bei der Frage, ob der "Nationalsozialismus auch seine gute Seiten hatte". 24 Prozent stimmten dieser Aussage zu und damit 7 Prozent mehr als in den vergangenen Jahren. Jeder fünfte Befragte fand es außerdem richtig, dass "im nationalen Interesse" und "unter bestimmten Umständen" eine Diktatur "die bessere Staatsform" ist.

Die von der Thüringer Landesregierung in Auftrag gegebene repräsentative Langzeitstudie "Thüringen Monitor" untersucht seit dem Jahr 2000 rechtsextreme und fremdenfeindliche Einstellungen in Thüringen. Dahinter stehen Sozial- und Politikwissenschaftler der Universität Jena, die ihre Ergebnisse Ende November offiziell im Thüringer Landtag vorstellen wollen.

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