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Kein Aprilscherz: GEMA reizt die Grenzen der Lebensferne aus

28.02.2013

DJs sollen ab 1.4.2013 jedes für ihr Set kopierte Stück einzeln melden und dafür 13 Cent abführen

Die Musikverwertungsgesellschaft GEMA kassiert nicht nur Geld von Produzenten, die CD-und DVD-Master in Presswerke geben, und Sendern, Clubs und Geschäften, die Musik spielen, sondern auch für USB-Sticks und andere Medien, auf denen Musik gespeichert werden könnte, sowie für Computer und zahlreiche weitere technische Geräte. Ein Discjockey, der in einem Club ein Musikstück von einem USB-Stick mit einem Rechner abspielt, hat also bereits vier Mal dafür bezahlt. Nun will die GEMA noch ein fünftes Mal Geld von ihm.

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Ab dem 1. April 2013 sollen Discjockeys nämlich jedes Stück, das sie von einer CD-Sicherungskopie oder einem Computer abspielen, einzeln bei der Verwertungsgesellschaft melden und dafür 13 Cent zahlen. Ausgenommen davon sind lediglich Tracks, die über von der GEMA anerkannte kostenpflichtige Portale wie iTunes oder Amazon auf den Rechner geladen wurden – aber auch nur dann, wenn sie direkt vom Computer und nicht von einem USB-Stick oder einer externen Festplatte kommen.

Unter DJs empfindet man dieses Vorhaben als – vorsichtig formuliert – extrem lebensfern. Die GEMA beharrt jedoch auch auf Nachfrage von Telepolis darauf, dass dies eine ernst gemeinte Forderung und kein Aprilscherz sei. Sie argumentiert, dass eine gesonderte Vergütungspflicht für solche Stücke schon länger bestehe. Bislang habe man sie allerdings in Form einer Pauschale für die Clubbetreiber mit erhoben. Hinsichtlich der Kontrollierbarkeit heißt es, man werde "auch für diesen Nutzungsbereich ein Szenario entwickeln, um Urheberrechtsverletzungen festzustellen".

Kritiker vermuten hinter dem überraschenden Vorstoß auch eine Reaktion auf mögliche Abstriche, die der von der Gewerkschaft Verdi unterstützten Verwertungsgesellschaft in einem Schlichtungsverfahren mit den Clubbetreibern drohen, denen sie Abgabenerhöhungen bis zu 2.600 Prozent auferlegen will. Zudem wurde im letzten Jahr massive Kritik daran laut, dass die GEMA das von den Clubs eingezogene Geld zu einem sehr großen Teil gar nicht an die (häufig gar nicht bei ihr gemeldeten) Elektro-Musiker auszahlt, sondern an Mainstream-Rechteinhaber, die durch ein Zweiklassenwahlrecht die Macht über die Verteilungspläne beanspruchen.

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