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Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Kino für Verliebte und Fußbodenfetischisten

10.02.2016

Es gibt Momente, da bricht die digitale Revolution plötzlich in sich zusammen und manifestiert sich anhand eines Pappkartons. Aber von Anfang an ...

Digitale Transformation allerorten. Eigentlich kann man sich schon nicht mehr blicken lassen, wenn man zumindest in einer Diskussion über Medien nicht in jedem zweiten Wort ein "digital" unterbringt. Ohne Transistoren ist das Leben medial nicht mehr denkbar. Wir kommen alle ohne die ständige Begleitung von Bildschirmen nicht mehr aus, auf denen wir unsere fettigen Finger herumschlibbern lassen.

Und bald soll es ja auch nur noch im Raum schwebende digitale Blöcke geben. Apple soll auch schon an einem VR Gear arbeiten. Microsoft steht mit seiner Datenbrille kurz vor dem Markteintritt. Google soll auch zurück kommen. Oculus macht bald Furore, versprochen. Und wer weiß, vielleicht bringt hat ja Yahoo auch noch so eine Brille im Angebot, die machen ja inzwischen alles, nur um zu überleben.

Tja, und dann kommt Firefox und macht irgendwie alles kaputt. Man bietet dort ein Homecinema an. Für alle, die alles am liebsten auf dem eigenen Smartphone sehen möchten. Und damit daraus auch die ultimativste Erfahrung wird und man schon fast – oder eigentlich doch nicht, aber Moment, das klären wir gleich – einmal VR geliefert bekommt, hat sich Firefox für nur 25 Britische Pfund das Cardboard überlegt.

Vermutlich haben sie dabei gelacht. Egal.

Auf dem Markt ist es, das Cardboard. Gleich kaufen, aufstellen, sich auf den Boden legen, den Karton drüber und los...doch, das ist einfach ein Faltkarton, in dessen vorgestanzte Öffnung ein Smartphone mit Bildschirm nach unten gelegt wird. Dann legt man sich selbst auf den Fußboden und stülpt den Karton über seinen Kopf. Fertig ist das Erlebnis.

Während man sich in im Takt der explodierenden Raumschiffe schnaufen hören kann und mit dem eigenen Stirnschweiß den Karton volltranspiriert, liefert das Display mangels anderer Lichtquellen ein hauseigenes Schachtelkino ab. Ton des Telefons inklusive.

Also, die Herren, machen Sie sich zum Deppen und schenken Sie Ihrer Freundin zum Valentinstag mit den Worten "Das wird dich vom Teppich hauen, ich lade Dich zu einer Privatvorstellung ein" eine solche Schachtel, nötigen Sie sie, am Fußboden Platz zu nehmen, und stülpen Sie den Karton über den Kopf.

Schalten Sie den Film ein und sagen sie noch "Küss mich". Und dann nichts wie raus aus der Wohnung.

Vielleicht sollten Sie doch das nächste Mal wieder Blumen schenken und ein echtes Kino mit ihr aufsuchen. Digitale Technik kann so blöd aussehen, wenn Karton und Teppich mit ins Spiel kommen.

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Stanislaw Lem

Stanislaw Lem war einer der bekanntesten SF-Autoren, der lange vor seinem Tod der Literatur abgeschworen hatte und sich essayistisch mit unserer Zukunft auseinandersetzte.

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