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Neuigkeiten aus der Welt des Klimas und der Energie

Klima: Treibhausgas-Emissionen steigen munter weiter

04.12.2012

Aktuelle Statistik des CO2-Ausstoßes vorgelegt. Seit 1990 Anstieg von rund 57 Prozent

Während in Doha die diesjährige Klimakonferenz in die zweite Woche geht und ihrem Abschluss entgegenstrebt, ohne dass sich bisher viel bewegt hätte, hat das Global Carbon Project CO2Budget 2012 vorgestellt. Tenor: besorgniserregend. Demnach wurden 2011 weltweit 34,9 (+/-1,84) Milliarden Tonnen CO2 durch Verbrennung fossiler Energieträger sowie durch die Zementproduktion emittiert. Das habe einen Anstieg um drei Prozent bedeutet.

2012 würden die Emissionen, wenn die Weltwirtschaft um die vom Internationalen Währungsfonds prognostizierten 3,3 Prozent wächst, weiter kräftig zulegen. Die Forscher gehen von einen Anstieg um 2,6 Prozent auf 35,6 (+/-1,84) Milliarden Tonnen aus. Das wäre dann gegenüber 1990, dem Referenzjahr, auf das die Reduktionsangaben in den Verhandlungen bezogen werden, ein Anstieg um rund 57 Prozent.

Beim Global Carbon Project handelt es sich um ein Netzwerk von Atmosphären-Wissenschaftlern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Daten und Kenntnisse über den globalen Kohlenstoffkreislauf zusammenzutragen, der von herausragender Bedeutung für den Wärmehaushalt des Planeten ist. Das aus Entwaldung und der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Erdöl stammende Kohlendioxid (CO2) stellt den mit Abstand wichtigsten der Klima verändernden Faktoren da, die auf menschliche Aktivitäten zurück gehen.

Entwaldung macht nach unterschiedlichen Angaben 16 bis 30 Prozent der menschlichen CO2-Emissionen aus. Das Global Carbon Project geht gar von lediglich zehn Prozent Anteil und eine weiter abnehmende Bedeutung ab. Allerdings geht in ihre Bewertung auch Wiederaufforstung ein. Wie man sieht, muss bei den Daten über Entwaldung genau hingeschaut werden, was sie im einzelnen abdecken. Die oben erwähnten Emissionen aus der Verfeuerung von Kohle, Erdgas und Erdölderivaten sowie der Zementproduktion lassen sich hingegen relativ einfach aus den Wirtschaftsstatistiken ableiten.

Unterschieden nach Stoffen war Kohle mit 43 Prozent der größte Klimasünder, gefolgt von Öl (34 Prozent) und Gas (18 Prozent). Auf das Konto der Zementherstellung gingen immerhin noch fünf Prozent oder knapp 1,8 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen. Das waren gut das Doppelte des deutschen CO2-Ausstoßes.

Aufgeschlüsselt nach Ländern bzw. Blöcken hießen 2011 die vier größten Klimasünder: China (9,2 Milliarden Tonnen, 28 Prozent), USA (5,5 Milliarden Tonnen, 16 Prozent), EU (3,67 Milliarden Tonnen, 11 Prozent) und Indien (2,2 Milliarden Tonnen, sieben Prozent). Die Entwicklungsländer, die von Reduktionsverpflichtungen bisher ausgenommen sind, aber durchaus eigene Anstrengungen unternehmen, sind inzwischen für 60 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich.

Allerdings werden dort pro Kopf der Bevölkerung im Durchschnitt nur 3,3 Tonnen CO2 im Jahr emittiert, während es in den Industriestaaten elf Tonnen sind. Chinas pro Kopf Emissionen liegen mit 6,6 Tonnen inzwischen nur noch knapp unter dem EU-Durchschnitt von 7,3 Tonnen. Indien ist hingegen mit 1,8 Tonnen davon noch immer sehr weit entfernt.

Statt danach zu fragen, wo die Emissionen anfallen, kann man auch fragen, wo die Produkte konsumiert werden, bei deren Herstellung die Emissionen entstehen. Dann kommt man zu dem Schluss, so die vorgelegt Statistik, dass sich die Anteile an den weltweiten Emissionen etwas verschieben. Chinas Beitrag läge dann im Jahre 2010 (für 2011 liegen noch keine Zahlen vor) nicht bei 26, sondern bei 22 Prozent, der Indiens würde von sieben auf sechs Prozent schrumpfen, während der Europas von 12 auf 15 Prozent steigen würde. Der Anteil der USA bliebe bei 18 Prozent.

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