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Neuigkeiten aus der Welt des Klimas und der Energie

Kohlekraftwerk unwirtschaftlich?

29.03.2012

In Brunsbüttel steigt erneut einer der Hauptbeteiligten aus dem dort geplanten Steinkohle-Megakraftwerk aus

Der Schweizer Energieversorger Repower zieht sich aus einem im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel geplanten Steinkohlekraftwerk zurück. In zwei Blöcken sollen dort an der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals in die Unterelbe insgesamt gut 1800 Megawatt elektrische Brutto-Leistung installiert werden. Vor Ort regt sich dagegen seit Jahren erheblicher Widerstand. Zuletzt hatten die Deutsche Umwelthilfe und der Bund für Umwelt und Naturschutz im Dezember 2011 gegen den Genehmigungsbescheid für das Kraftwerk [http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2755 geklagt]. Die Teilgenehmigung sei gleich in mehreren Punkten fehlerhaft, und die beteiligten Stadtwerke wurden aufgefordert, sich aus dem Projekt zu verabschieden, bevor es "richtig teuer" werde.

Das hat nach einem Bericht des Schweizer Portals Nachrichten.ch Repower nun gemacht, indem es seine Beteiligung in Höhe von 36 Prozent abschrieb und eine Wertbereinigung von sieben Millionen Franken vornahm. Eine Umsetzung sei aufgrund der energiepolitischen Rahmenbedingungen auf absehbare Zeit nicht realistisch. Zu den konkreten Problemen gehört, dass in Brunsbüttel auch der Windstrom aus den vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste geplanten Windparks angelandet werden soll und dort daher selbst bei Ausbau Engpässe zu erwarten sind, wie bereits 2008 berichtet.

Größter Anteilseigner an Repower ist mit 46 Prozent der Kanton Graubünden, wie es auf Wikipedia heißt. Im Oktober 2011 hatten dort 14 Umweltverbände und linke Parteien eine kantonale Volksinitiative gegen die Beteiligung Repowers an Kohlekraftwerken eingereicht. Der Konzern betreibt auch in Italien den Bau von entsprechenden Anlagen.

2008 hatte sich bereits der spanische Energiekonzern Iberdrola aus dem Projekt zurückgezogen, an dem er ursprünglich einen Anteil von 51 Prozent gehalten hatte. Als Grund wurden schon damals Unsicherheiten in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts angegeben. 2010 waren zwei andere Schweizer Unternehmen Iberdrolas Beispiel gefolgt.

Betreiber der Pläne in Brunsbüttel ist das Stadtwerke-Gemeinschaftsunternehmen Südweststrom, das zu diesem Zweck eine eigene GmbH gegründet hat, an der insgesamt über 70 Stadtwerke und andere Unternehmen beteiligt sind. Nach dem auch schon einige Stadtwerke abgesprungen sind, scheint die Zukunft des Baus ungewiss.

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