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Kreationisten wollen Themenpark in Deutschland bauen

02.06.2008

Im Zentrum soll eine Arche Noah in „Originalgröße“ stehen, neben den unvermeidlichen Dinosauriern ist eine Wasserachterbahn mit "sintflutartigen Erlebnissen" geplant.

Kreationisten sind bislang noch vor allem bei den fundamentalistischen Christen in den USA zu finden, aber auch muslimische Fundamentalisten wenden sich gegen die Theorie der Evolution. Doch auch in Europa beginnt sich die wortwörtliche Auslegung der Bibel und der Schöpfungsgeschichte auszubreiten.

Kreationisten in den USA haben bereits das Creation Museum mit dem Slogan „Prepare to believe“ eröffnet, um ihre Ansichten anschaulich zu machen. Immerhin haben im ersten Jahr 400.000 Menschen das Museum besucht, in dem sie den Garten Eden betreten können, wo Adam und Eva neben Dinosauriern leben, oder die Folgen des Sündenfalls vorgeführt bekommen.

Die Schweizer Aktiengesellschaft Genesis Land plant nun auch einen kreationistischen Themenpark im deutschsprachigen Raum, bevorzugt werden die Standorte Berlin oder die Region Rhein/Main mit Fokus Heidelberg, schließlich kommen da auch viele amerikanische Besucher, denen man heimisches bieten will. Die Standort- und Machbarkeitsstudie soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein, der Themenpark 2011 eröffnet werden. Die Gesamtkosten werden auf 120 Millionen geschätzt. Ziel ist es, „die biblische Geschichte und Botschaft in einer modernen und erlebnisreichen Art“ zu vermitteln. Gezeigt werde zum „hautnahen“ Miterleben die „wunderbarste und fantastischste Liebesgeschichte aller Zeiten“, damit die Menschen „die frohe Botschaft verstehen und auch annehmen“.

Der 40 Hektar große Themenpark mit vielen Attraktionen, Hotels, Shops und Restaurants soll vor allem „nach kaufmännischen Grundsätzen“ geführt werden und schon bald „Rendite abwerfen“. Ganz wichtig sei das „interaktive Lernen“ für Kinder und Jugendliche, um die biblischen Themen zu lernen. Im Zentrum soll eine Arche Noah in „Originalgröße“ stehen, die 150 m Länge, 25 m Breite und 15 m Höhe betragen haben soll. Neben den unvermeidlichen Dinosauriern ist eine Wasserachterbahn mit "sintflutartigen Erlebnissen", ein multimedial dargestelltes Neues Jerusalem, das historische Jerusalem, „Israel en miniature“, die Stadt Ur (betretbar), Babylon und der Turm zu Babel (mit Restaurant) dürfen auch nicht fehlen oder eine Himmel- und Hölleachterbahn. Sintfluterlebnisse soll es auch in 4D geben und die Sintflut kann auch simuliert nacherlebt werden.

Interessant ist, dass man nicht nur die Geschichte von der Schöpfung bis zur Gegenwart vorführen will, sondern auch „bis zur Endzeit und zur Vollendung, der Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde“.

Hansjörg Hemminger, der Weltanschauungsbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, ist von dem Projekt nicht begeistert. Der Themenpark sei "eine erhebliche Gefahr für die evangelische Verkündigung" und stehe „bei der Vermittlung des Glaubens nur im Weg".

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