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Krieg macht Ukraine zum Fass ohne Boden

30.11.2014

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass das Land weitere 19 Milliarden benötigt

Dass die Ukraine ein ausgewiesener Pleitestaat ist, ist keine Neuigkeit mehr. Das Winterpaket, in dessem Rahmen die Ukraine begonnen hat, ihre Gasschulden bei Russland zu zahlen, hat die Lage weiter verschärft. Denn in zwei Tranchen fließen 3,1 Milliarden Dollar und zunächst wird die EU, anders als geplant, nicht dafür bürgen. Der bisherige EU-Energiekommissar Günther Oettinger hatte bei der Vorstellung der Verhandlungsergebnisse erklärt, die Ukraine sei in der Lage, ihre Gasrechnungen selbst zu begleichen. Doch möglich werde dies, weil das Land am Tropf des IWF hängt und damit ist die EU über einen Umweg doch wieder dabei.

Und der IWF macht nun eine neue Rechnung auf. Er geht davon aus, dass die Ukraine über die bisherige Hilfe hinaus weitere 19 Milliarden Dollar benötigt, vor allem wenn der "Konflikt nicht bald beigelegt wird". Die 17 Milliarden, die dem Land ohnehin schon im Frühjahr zugestanden wurden, werden gerade in einem Konflikt im Osten des Landes tödlich verbrannt, womit der IWF und die EU-Steuerzahler den Krieg mitfinanzieren.

Und der IWF will eine neue Tranche des gewährten Geldes nur auszahlen, wenn das Land ein glaubwürdiges Budget vorlegt. Denn bis zu 10% könnte die Wirtschaft in diesem Jahr schrumpfen, womit alle bisherigen Prognosen weit übertroffen werden. Hält der Konflikt an oder entwickelt sich wieder zu einem offenen Krieg, soll die Wirtschaft nach Angaben des IWF auch 2015 um 7,3% schrumpfen. Zudem brechen die Steuereinnahmen immer stärker ein und das Defizit wird deutlich höher ausfallen, als bisher prognostiziert wurde.

Das sind aber nicht die einzigen fatalen Zahlen aus dem Land, welche die Frage immer stärker auf die Tagesordnung treiben, wie viele Milliarden es denn für das abstürzende Land werden sollen. Denn um eine imminente Staatspleite abzuwenden, hat die Ukraine gerade 14 Tonnen Gold verscherbelt. Der Bestand ist auf 26 Tonnen gesunken und ist damit so niedrig wie zuletzt im Februar 2008.

Das Land muss bis zum Jahresende auch eine gute halbe Milliarde Dollar aufbringen, um Staatsanleihen zurückzuzahlen. Seine Währungsreserven sind auf 12,6 Milliarden Dollar gesunken, wovon nur noch wenige Wochen die Importe bezahlt werden können. Und die werden zusehends teurer. Die Landeswährung Hyvrnia hat zum Dollar allein in diesem Jahr mehr als 80 Prozent an Wert eingebüßt. Ohne schnelle Hilfe werde das Land in die Pleite schlittern, meinen Analysten.

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