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Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Kritik und Zweifel am PrePex-Vorhautentfernungsplan

27.06.2013

Maßnahme könnte AIDS-Risiko sogar steigen lassen

Die israelische Firma Circ MedTech will internationalen Organisationen ihren PrePex-Nekrotisierungsring verkaufen - eine patentierte Plastikvorrichtung, mit der in Afrika bis 2015 20 Millionen Männern die Vorhaut entfernt werden soll. Durch diese Maßnahme hofft die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Aids-Ansteckungsrate um bis zu 60 Prozent zu senken.

An diesem Plan wird jedoch zunehmend Kritik laut: So warf beispielsweise ein Mitarbeiter des israelischen Gesundheitsministeriums, der ausgebildeter Arzt ist, die Frage auf, was passiert, wenn die beschnittenen Männer sich in falscher Sicherheit wiegen und auf Kondome verzichten oder ein anderweitig riskanteres Sexualverhalten an den Tag legen. Sollte dieses nicht ganz unrealistische Szenario eintreten, dann könnte die HIV-Infektionsrate deutlich steigen, anstatt zu sinken. Denn Beschneidungen bieten keineswegs einen absoluten Schutz gegen HIV - und selbst der relative ist sehr umstritten. Zudem ist während der Zeit der Wundheilung nicht nur das Risiko bakterieller Infektionen deutlich höher, sondern auch das einer Ansteckung mit HIV.

Auch an der Darstellung der Circ-MedTech-Chefin Tsameret Fuerst, dass die Prozedur praktisch ohne medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden kann, kommen immer mehr Zweifel auf: In den Detailangaben räumt der Hersteller selbst ein, dass die Vorhaut manuell entfernt werden sollte. Das von Fuerst geschilderte Abfallen "wie die Nabelschnur eines Babies" dauert nach Ansicht von Medizinern deutlich länger als sieben Tage. In dieser Zeit würde das absterbende Gewebe einen Gestank hervorrufen, der das soziale Leben des Ringträgers erheblich einschränken würde.

Nach der Entfernung des Rings benötigt ein Penis durchschnittlich 25 Tage bis zu einer vollständigen Heilung. In Studien klagten PrePex-Beschnittene während dieser Zeit über Schmerzen, die medikamentös behandelt werden mussten. Auch das verursacht zusätzliche Kosten und bindet die Arbeitskraft von Fachpersonal. Diese Arbeitskraft ist darüber hinaus bei der Wundkontrolle und –pflege gefordert, in deren Rahmen eventuell topische Antibiotika verabreicht werden müssen. Eine in PLoS veröffentliche Studie bezweifelt deshalb, dass die Vorhautentfernungskosten mit PrePex niedriger liegen als mit herkömmlichen Methoden und geht stattdessen von höheren aus.

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