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Kuba gibt US-amerikanische Hellfire-Rakete zurück

15.02.2016

Marschflugkörper war Mitte vergangenen Jahres versehentlich aus Paris nach Havanna verschickt worden

Die kubanische Regierung hat eine irrtümlich nach Havanna verschickte US-amerikanische Luft-Boden-Rakete an Washington zurückgegeben. US-Militärexperten seien am Samstag mit der Hellfire-Rakete in die USA zurückgereist, heißt es in einer Erklärung das Außenministeriums von Kuba. Die lasergelenkte Rakete war im Juni 2014 nach ihrem Einsatz im Rahmen von Nato-Manövern in Europa aus Paris versehentlich nach Havanna geschickt worden, wo sie vom kubanischen Zoll konfisziert wurde.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal war die von der US-Armee vermisste Luft-Boden-Rakete des Typs Hellfire im vergangenen Jahr bei der Rücksendung nach mehreren Nato-Manövern in Europa versehentlich nach Kuba versendet worden. Seither versuchten die US-Behörden und der Hersteller Lockheed Martin, die Waffe zurückzubekommen, bisher offenbar ohne Erfolg.

"Die inaktive Trainingsrakete ist in Zusammenarbeit mit der kubanischen Regierung zurückgeführt worden", sagte US-Außenamtssprecher Marc Toner gegenüber der Presse. Toner lehnte es ab, weitere Details zum Fall zu geben. Die Lösung des Falls sei aber aufgrund der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen möglich gewesen.

Auf kubanischer Seite legte man Wert auf einen seriösen Umgang mit der Raketen-Affäre. "Das Militärgut wurde ordnungsgemäß gelagert und bewacht", heißt es in der Erklärung des Außenministeriums in Havanna. Unmittelbar nach der Verlustmeldung durch die USA habe Kuba die entsprechenden Maßnahmen zur Rückgabe eingeleitet. "Als Ergebnis dieses Austauschs ist eine Gruppe von Experten der US-Regierung und Vertreter des Unternehmens (Lockheed Martin) nach Kuba gereist, um das Frachtgut zu begutachten. Am 13. Februar 2016 sind die Experten mit der Rakete in die USA zurückgekehrt", heißt es der Erklärung aus Havanna weiter.

Laut der Recherche der US-Journalisten Devlin Barrett und Gordon Lubold, die sich auf anonyme Quellen stützen, war die Hellfire Anfang 2014 zunächst nach Spanien verschifft worden, um dann in Deutschland und Frankreich bei Nato-Übungen eingesetzt zu werden. Die Rakete ist offenbar technisch voll einsatzfähig, jedoch nicht mit einem konventionellen Gefechtskopf bestückt. Nach dem Einsatz in Frankreich wurde sie demnach vom Flughafen Charles-de-Gaulle fälschlicherweise in einen Air-France-Flug nach Havanna verladen – statt, wie geplant, in den US-Bundesstaat Florida zurückgebracht zu werden. In Havanna wurde die Rakete von mutmaßlich ziemlich erstaunten Grenzschutzbeamten beschlagnahmt. Ob die falsche Verladung ein Versehen oder politisch motiviert war, ist nun Gegenstand einer Untersuchung in den USA.

Die Hellfire ist eine hochmoderne, lasergesteuerte Luft-Boden-Rakete der US-Luftwaffe. Sie wird in der Regel von Apache-Kampfhubschraubern eingesetzt, kann aber auch von Drohnen des Typs Predator abgeschossen werden. Die Rakete wiegt 45 Kilo. Auch wenn das in Kuba gestrandete Exemplar keinen Sprengkopf hatte, war man in Washington nervös. Befürchtet wurde, dass kubanische Militärexperten die Technik auswerten, gegebenenfalls in Kooperation mit Russland, China oder Nordkorea.

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