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Kürzungspolitik erhöht Kinderarmut deutlich

28.10.2014

Auch in Deutschland wurde das Armutsrisiko trotz des Wachstums 2013 nicht verringert und nimmt die Kinderarmut zu

Es ist keine Neuigkeit mehr, dass die Kürzungs- und Sparpolitik infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise die Kinderarmut deutlich verstärkt hat, weil die Kosten auf die einfache Bevölkerung abgewälzt werden. Vor allem in den Ländern unter dem Diktat der Troika wie Griechenland, Spanien, Irland, Portugal und Zypern hatten das Hilfsorganisationen wie die Caritas schon in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt

Nun hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef Zahlen vorgelegt. Seit Beginn der Krise 2008 sind in den 41 reichsten Ländern weitere 2,6 Millionen Kinder unter die Armutsgrenze gerutscht. Nach Angaben von Unicef leben nun in den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mehr als 76 Millionen Kinder in Armut. Es sei insgesamt eine Rückwärtsentwicklung zu beobachten, sagte zuständige Unicef-Direktor Jeffrey O'Malley. In Griechenland sei das Durchschnittseinkommen im Jahr 2012 auf den Wert von 1998 gefallen. Irland, Spanien und Luxemburg hätten ein Jahrzehnt an Einkommensentwicklung eingebüßt, Island neun Jahre und Italien, Ungarn und Portugal acht Jahre.

"Viele wohlhabende Staaten haben große Rückschritte zu verzeichnen, was ihre Einnahme betrifft, und die Auswirkungen auf Kinder werden lang anhaltende Folgen für sie und ihre Gesellschaften haben", sagte O'Malley. Der Verantwortliche für "Global Policy and Strategy" führte auch aus, dass vor allem die Jugend in den reichen Ländern besonders hart von der Krise getroffen wird. Deutlich wird das an Spanien und Griechenland, wo mehr als die Hälfte aller jungen Menschen unter 25 Jahren keine Stelle haben.

"Die UNICEF-Forschung zeigt, dass starke Sozialschutzsysteme ein entscheidender Faktor für die Vermeidung von Armut waren", erklärt O'Malley. Man brauche starke soziale Sozialsysteme zum Schutz von Kindern in schlechten Zeiten. Die reichen Länder sollten sich zur Beseitigung von Kinderarmut verpflichten. Es müssten Strategien entwickelt werden, "um Wirtschaftsabschwünge zu kompensieren, und das Wohlergehen der Kinder zu ihrer obersten Priorität erklären".

Dass das nicht geschieht, kann an Deutschland gesehen werden. Heute hat das Statistische Bundesamt (Destatis) neue Zahlen zur Armutsentwicklung vorgelegt. Demnach ist jeder Sechste in Deutschland von Armut bedroht, Frauen häufiger als Männer. So galten im vergangenen Jahr etwa 13 Millionen Menschen als armutsgefährdet, das waren 16,1 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl hat sich im Vergleich zu 2012 nicht verändert, obwohl Deutschland im vergangenen Jahr ein verhältnismäßig starkes Wirtschaftswachstum verzeichnet hat.

Als armutsgefährdet gilt nach Definition in Europa, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2013 lag dieser Wert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 979 Euro im Monat. Rund 370.000 Menschen erhielten 2013 Sozialhilfe. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Betroffenen um rund 8%.

Kürzlich hatte schon eine Studie aufgezeigt, dass die Kinderarmut in Deutschland wieder wächst und mehr als 1,6 Millionen Jungen und Mädchen unter 15 Jahren von Hartz IV leben. In Krisenländern wie Spanien und Portugal gibt es keine Sozialhilfe in dieser Form, weshalb längst viele Menschen und Kinder wieder Hunger leiden.

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