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Kuwaits Emir schenkt jedem Bürger 1000 Dinar

17.01.2011

Zudem gibt es 14 Monate lang die wichtigsten Lebensmittel kostenlos, wohl um angesichts der Ereignisse in Tunesien möglichen Protesten zuvorzukommen

In Algerien und Tunesien sind die Proteste aufgrund von Arbeitslosigkeit, Armut und ausweglos erscheinender Lage in erstarrten Regimen entstanden, deren führende Schichten sich selbst bereichern. Nachdem dies in Tunesien zum Sturz des diktatorisch seit 1987 herrschenden Präsidenten Ben Ali geführt hat, dürften allen anderen Regime in den arabischen Ländern fürchten, dass ihnen ähnliches passieren könnte und die Repression nicht länger wirkt.

Mag sein, dass dies auch der Hintergrund für die Beschenkungsaktion von Kuwaits Emir Shaikh Sabah Al Ahmad Al Sabah war, an die 1,12 Millionen Bürger des Landes 4 Milliarden Dollar zu verteilen und kostenloses Essen für 14 Monate zu versprechen. Der Herrscher des an Öl reichen Emirats, einer konstitutionellen Monarchie, hat diese Ankündigung heute nach einer nächtlichen Sitzung des Kabinetts verkündet.

Man erwähnt freilich Tunesien nicht, sondern sagt, damit wolle man verschiedene Jubiläen feiern, nämlich 50 Jahre Unabhängigkeit von Großbritannien, die Befreiung von der irakischen Besatzung durch den Golfkrieg vor 20 Jahren und die 5-jährige Herrschaft des Emirs. Allerdings ist die Inflation in Kuwait stark angestiegen, besonders die Preise für Lebensmittel sind in die Höhe geschossen. Weil aber auch der Haushaltsüberschuss danke der Öleinnahmen in den letzten Jahren stetig gewachsen ist und jetzt bei 140 Milliarden Dollar liegen soll, will das Emirat offenbar durch das Geschenk die Schieflage ein wenig korrigieren. Einmalig erhält jeder Bürger 1000 Dinar (3.559 Dollar) und bis 31 März 2012 kostenlos die wichtigsten Lebensmittel.

Damit könnte freilich die Ruhe nicht wirklich gesichert werden, denn die 2,4 Millionen Ausländer, die in Kuwait wohnen und arbeiten, werden nicht beschenkt und genießen auch die übrigen sozialstaatlichen Vorteile der in Kuwait geborenen Bürger nicht.

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