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Lasst die Korken (nicht) knallen!

31.12.2012

Darunter leidet der Champagner und ohnehin ist Merkel zufolge Übermut nicht angebracht

Die Franzosen müssen es wissen: Wer Schaumwein oder Champagner kaltgestellt hat, sollte sich hüten, die Korken knallen zu lassen. Abgesehen von der Verletzungsgefahr, die von dem Ding ausgeht, das mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h die Stunde in die Freiheit entlassen wird und den Weg statt ins Dunkel der unendlichen Räume ins Gesicht eines Mitfeiernden findet (siehe auch HNO-Ärzte warnen vor Feuerwerkskörpern), habe der Korkenknalleffekt einen signifikanten Geschmacksverlust zur Folge, zumindest für Feinschmecker.

Durch die gewaltsame Öffnung würde nämlich die sensible Verbindung von Flüssigkeit und Luft in der Flasche zerstört, klärt eine wissenschaftlich fundierte Schaumgetränk-Expertin des Nouvel Observateur auf. Die Gasbläschen, die infolge des brutalen Öffnungsvorgangs schäumend aus dem Flaschenhals drängen ("le gerbage"), werden von Champagnerliebhabern misstrauisch beäugt - sie befürchten, dass das Entweichen des Gases dazu führt, dass dem perlenden Getränk Luft zugeführt wird, was den Geschmack verändere. Heiße Luft?

Möglicherweise werden im neuen Jahr ganz andere Blasen platzen, die dies nicht tun sollten und manch fragile Mischung durcheinander bringen, was einen bitteren Geschmack hinterlassen könnte. Jedenfalls warnt Bundeskanzlerin Merkel in einem bunten Cocktail an Neujahrsgedanken davor, dass das wirtschaftliche Umfeld 2013 nicht einfacher, sondern schwieriger wird. Die Krise bleibt uns treu.

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