k
Kultur & Medien News
Nachrichten aus Kultur und Medien

Logo, "Zion" überall

01.03.2011

Das iranische nationale olympische Komitee beschwert sich über das Erkennungszeichen der Londoner Sommerspiele 2012, weil der Satan die Hände der Grafiker geführt habe

Auch wenn es beim ersten Blick auf das eckige Gerumpel nicht so aussieht: Man kann schon annehmen, dass sich die Grafiker etwas gedacht haben beim Logo ( Abbildung) für die Olympischen Sommerspiele in London im nächsten Jahr. In den 400.000 Pfund, die das Logo gekostet hat, steckt das Honorar für einige Arbeitsstunden.

Der britische Humor ist in diesem Fall den hochgelobten britischen Designern allerdings weit an Frische und Esprit überlegen. Er hat längst ausgemacht, was man aus dem Minipuzzle herauslesen kann: "Lisa Simpson giving head."

Das ist im Kommentarteil zu einem Posting des Blogs Designtagebuch zu lesen. Dort macht Blogbetreiber und Diplom-Designer Achim Schaffrinna auf eine kuriose Beschwerde des nationalen olympischen Komitees von Iran über das Londoner Logo aufmerksam.

Wie der Chef des iranischen Komitees, Mohammad Ali Abadi, und dessen Generalsekretär Bahram Afsharzade in einem offiziellen Schreiben an das Internationale Olympische Komitee (IOC) darlegen, erkennen sie politische Motive in dem Logo, "racial attitudes". Logischerweise wieder einmal zionistische; der Satan steckt halt überall, für den, der ihn erkennen will.

Hinter den vier grafischen Elementen des Londoner Logos verberge sich nämlich das Wort "Zion", so der mit Paranoia gedrehte Vorwurf. Wie Schaffrinna in seinem Blogeintrag illustriert, ist das ziemlich konstruiert. Denn selbst wenn man annimmt, dass die Puzzelstücke des Logos nicht die Ziffern für das Jahr der Olympischen Sommerspiele, nämlich "2", "0", "1" und "2", sondern Buchstaben darstellen, würde die Buchstabenfolge beim Lesen "Z" "O" "I" "N" ergeben und nicht "ZION".

Dass doch - ohne Zickzackkurs beim Lesen - "Zion" hinter allem steht, würden "Internetdokumente beweisen", so der Brief aus Iran, den die amtliche Nachrichtenagentur ISNA gestern verbreiten ließ - ohne darauf einzugehen, weshalb die Beschwerde jetzt erfolgt, fast vier Jahre nach Bekanntgabe des Logos, wo doch, wie der Brief selbst ausführt, muslimische "Graphists" schon nach Enthüllung des Logos "Zion" riefen und sich beschwerten.

Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Hochwertiger Kaffee und Espresso aus Costa Rica: Die Telepolis-Edition für unsere Leser

Anzeige
Cover

Die Moral in der Maschine

Beiträge zu Roboter- und Maschinenethik

Demokratie am Ende?

Wolfgang J. Koschnick analysiert den Niedergang der entwickelten parlamentarischen Parteiendemokratien. Das verbreitete Klagen über "die Politiker" und die allgemeine "Politikverdrossenheit" verstellt den Blick dafür, dass alle entwickelten Demokratien in einer fundamentalen Strukturkrise stecken.

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.