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Übermensch
Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Männer ertragen finanzielle Abhängigkeit von Frauen nicht

17.08.2010

Während Frauen, die deutlich weniger als ihre Partner verdienen, eher treu sind, gehen Männer, deren Partnerinnen sehr viel mehr verdienen, häufiger fremd

Während Frauen desto treuer zu sein scheinen, je starker sie vom Einkommen ihrer Ehe- oder Lebenspartner angewiesen sind, soll es bei Männern nach einer Studie der Soziologin Christin Munsch von der Cornell University genau umgekehrt sein. Die gehen desto lieber fremd, je abhängiger sie ökonomisch von ihrer Frau oder Freundin sind.

Kein Wunder also, wenn Männer gerne die Frauen ökonomisch abhängig hielten oder halten bzw. lieber eine Partnerin haben, die weniger verdient. Während Männer durch Karriere und Geld ihre Frauen an sich binden können, können dies Frauen dadurch nicht und haben damit deutlich die schlechtere Karte gezogen.

Munsch hat für ihre Studie, die sie auf der Jahresversammlung der American Sociological Association vorstellte, Daten einer Langzeitstudie von 2002-2007 über 18-28-Jährige Frauen und Männer ausgewertet, die länger als ein Jahr verheiratet oder mit ihren Partnern zusammen gelebt haben. Da aber nur sehr wenige betrügen oder dies zugeben, nämlich gerade einmal 3,8 Prozent der Männer und 1,4 Prozent der Frauen, dürften die Ergebnisse nicht sehr belastbar sein.

Nach der Auswertung der Befragugung steigt die Wahrscheinlichkeit zum Betrügen bei Männern, die von ihren Frauen völlig finanziell abhängig sind, um das Fünffache. Wenn die Frauen dreiviertel des gemeinsamen Einkommens einbringen, soll die Wahrscheinlichkeit am höchsten sein. Offenbar halten Männer finanzielle Unterlegenheit kaum aus, weil sie dadurch unter Druck stehen und nicht mehr oder schwieriger tonangebend sein können. Sie könnten in einer solchen Beziehung "unglücklicher" sein, meint Munsch, ihre Rollenidentität als derjenige, der das Geld verdient (und dadurch mehr Macht und Selbständigkeit besitzt), würde bedroht sein. Fremdgehen könnte eine Möglichkeit sein, der Beziehung zu entwischen, indem Mann eine andere Partnerin findet. Allerdings gehen Männer auch dann eher fremd, wenn sie bedeutend mehr als ihre Frauen verdienen, was Munsch darauf zurückführt, dass sie möglicherweise mit Tätigkeiten beschäftigt sind, bei denen sie lange arbeiten viel reisen müssen, oder dass es mit viel Geld einfacher ist, sich auch mit anderen Frauen zu vergnügen.

Für Frauen ist es hingegen gewohnter und daher nicht so bedrohlich, wenn sie von ihren Männern finanziell abhängig sind oder sie weniger verdienen. Das sei einfach Stutus quo, meint Munsch. Da sie weniger Geld zur Verfügung haben, hätten sie auch weniger Möglichkeiten zu betrügen, zudem dürften sie strategisch davon ausgehen, dass Fremdgehen das Risiko nicht wert ist: "Wenn sie ertappt werden, ist ihr Lebensunterhalt bedroht." Wenn man in einer Falle steckt, die zudem gesellschaftlich eher die Norm ist, dürfte auch eher die Neigung vorherrschen, sich damit zurechtzufinden und das Negative auszuhalten bzw. zu verdrängen. Und dazu kommt, wenn denn die Studie etwas trifft, dass es für Frauen auch gar nicht so attraktiv sein könnte, die Verhältnisse umzukehren, wenn dann die Wahrscheinlichkeit steigt, mit streunenden, nach Absprung suchenden Männern zu tun zu haben.

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