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Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Mars macht lebendig

Ein US-Biologe glaubt Hinweise gefunden zu haben, dass das irdische Leben ursprünglich von unserem Nachbarplaneten stammt

Auf der diesjährigen Goldschmidt Conference, die gegenwärtig in Florenz tagt und sich mit Themen rund um die Geochemie beschäftigt, stellte Steve Benner vom Westheimer Institute of Science and Technology am Mittwoch in einer Keynote Überlegungen vor, wonach die Bedingungen für die Entstehung von Leben auf dem Mars günstiger gewesen seien als auf der Erde. "Es mehren sich die Hinweise, dass wir alle tatsächlich Marsianer sind", sagt Benner. "Das Leben könnte auf dem Mars entstanden und auf einem Felsbrocken zur Erde gekommen sein."

Benner sprach in seinem Vortrag von "vier Paradoxa" im Zusammenhang mit dem Ursprung des Lebens:

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Das Teer-Paradoxon

: Bei der Zufuhr von Energie fügen sich Kohlenstoffverbindungen zwar zu komplexeren Molekülen zusammen, doch die seien besser zum Asphaltieren von Straßen geeignet, denn als Ausgangspunkt für eine Darwinsche Evolution. Jedes Szenario zur Entstehung des Lebens müsse einen Weg aufzeigen, wie dieses „teerige“ Schicksal des Urstoffs vermieden werden könne, so Benner.

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Das Wasser-Paradoxon

: Wasser wird als unerlässlich für die Entstehung von Leben angesehen. Ebenso unerlässlich sind aber auch Biomoleküle wie RNA, DNA oder Proteine - die sich in Wasser bald zersetzen.

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Das einzelne Biopolymer-Paradoxon

: Selbst wenn es vorstellbar sei, ein einzelnes Biomolekül auf nicht-biologische Weise zu erzeugen, sei es sehr unwahrscheinlich, dass mehrere verschiedene zur gleichen Zeit entstehen - zumal die katalytische und die genetische Biosynthese sehr unterschiedliche Moleklstrukturen erforderten.

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Das Wahrscheinlichkeits-Paradoxon

: Zwar würden manche Biomoeküle wie RNA einen guten Kompromiss zwischen Katalyse und Genetik darstellen, tendierten mit ihrem katalytischen Potenzial aber eher zur Zerstörung von RNA als zu ihrer Synthese.

Einen Schlüssel zur Lösung dieser Paradoxa sieht Benner in mineralischen Stoffen. "Bestimmte Elemente können die Tendenz organischen Materials, sich in Teer zu verwandeln, kontrollieren", meint er. "Das sind insbesondere Bor und Molybdän. Wir glauben daher, dass Mineralien, die diese Stoffe enthalten, entscheidend für den Ursprung des Lebens waren. Die Analyse eines Mars-Meteoriten konnte in jüngster Zeit Bor nachweisen und wir glauben inzwischen, dass es auch Molybdänoxid auf dem Mars gegeben hat."

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Bilder scheinen zu belegen, dass des einst Wasser auf dem Mars gab. Bild: NASA/MGS

Auf der Erde könne es dagegen zu der Zeit, als das Leben entstand, noch kein Molybdänoxid gegeben haben, da damals noch nicht genug Sauerstoff vorhanden war. Zudem sei die Erde wahrscheinlich vollkommen von Wasser bedeckt gewesen, was die Anreicherung von Mineralien erschwert hätte. Auf dem Mars habe es auch Wasser gegeben, aber in geringeren Mengen. Für die Entstehung von Leben war das günstiger, nicht aber für dessen nachhaltige Entwicklung. "Wir hatten Glück, dass wir schließlich hier ankamen", so Benner. "Denn die Erde ist von den beiden Planeten sicherlich der bessere, um Leben zu erhalten. Wenn unsere hypothetischen Vorfahren auf dem Mars geblieben wären, gäbe es wohl keine Geschichte zu erzählen."

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