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Mehdorn als Retter des Berliner Flughafens

08.03.2013

Verkehrsminister Ramsauer bescheinigt dem Ex-Bahnchef ein "Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz". Kritiker sehen das anders

Gab es keinen anderen? Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat heute die Neubesetzung Hartmut Mehdorn als Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) bestätigt. Mehdorn, von Kritikern als Bahn-Ponader geschmäht ("Wann geht er endlich?"), tritt nun als Retter für den Pannenflughafen BER auf - eine spektakuläre, "patriotische" Berufung.

Nachrichten als Gegenwartssatire? Das Magazin Titanic dürfte Schwierigkeiten haben, sie zu überbieten, kommentiert Felix von Leitner, der in seinem Blog fefe.de die Stationen des Managers Mehdorn seit Jahren verfolgte. Es ist nicht gerade eine Erfolgsspur, wie auch anderswo dokumentiert wird (wie auch die frühere Kritik Ramsauers an Mehdorn anlässlich der Pannenserie bei der Bahn).

Als Mehdorn 1999 auf Vorschlag des damaligen Bundeskanzlers Schröder die Deutsche Bahn übernommen hatte, mit der Zielvorgabe, sie an die Börse zu bringen, rissen die Beschwerden über den Zustand der Bahn nicht ab. Züge kamen zu spät, waren zu heiß oder zu kalt, zur Kundenunzufriedenheit kamen Abhörskandale hinzu - Signale eines zumindest eigentümlichen Managements. Die Rücktrittsforderungen waren 2009 sehr laut geworden und kamen von vielen Seiten; der damalige Finanzminister Steinbrück, der „Verdienste Mehdorns“ rühmte und glänzende Entwicklungen bei der Bahn, war eine Ausnahme. Mehdorn ging mit einem angekratzten Ruf. In Umfragen rangierte er weit unten.

Später sah man ihn an der Spitze von Air Berlin. Als er dort Anfang dieses Jahres überraschend seinen Rücktritt bekannt gab, hinterließ er mit seinem Sparkurs einigen Unmut, der auch nicht mit einer wirklichen Erfolgsstory aufgefangen wurde. Was er in sein neues Aufgabenfeld am Flughafen in Berlin mitnimmt, ist eine Anzeige gegen die FBB, die er während seiner Führungszeit bei Air Berlin abgeschickt hat. Nun sieht er sie auf sich zukommen.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist voll des Lobes. Er sieht in Mehdorn einen Mann, der „in verschiedenen Funktionen bei bedeutenden deutschen Unternehmen große Erfolge zu verzeichnen habe“ ( FAZ), preist "hervorragende Management-Fähigkeiten" und attestiert ein "Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz".

Hätte sich wirklich kein anderer Managar für diese Aufgabe von "nationaler Tragweite" gefunden? Keine Bewerbungen, vielleicht aus der Sorge heraus, dass man sich an dem heiklen Großprojekt nur die Finger verbrennt und den Ruf ruiniert? Mit Mehdorn, dessen öffentlicher Ruf nur schwerlich noch schlechter werden kann, stehen die Chancen nicht schlecht, dass der alte Flughafen Tegel längere Zeit offen bleibt. Auf Twitter witzelt man bereits, ob das eigentliche Geschäftsmodell des Managers nicht dem aus einem Gerhard Polt Sketch aus den 1980er Jahren gleicht.

Siehe hierzu auch die aktuelle Telepolis-Umfrage: Wer sollte neuer Geschäftsführer des Berliner Haupstadtflughafens werden?

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