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Nachrichten aus der Wissenschaft

Mehr Single-Planeten als Sterne?

19.05.2011

Astronomen entdeckten alleine fliegende Planeten und gehen davon aus, dass alleine in der Milchstraße Zig-Milliarden Single-Planeten gibt

Im Weltall gibt es nicht nur Familien, sondern auch zahlreiche Singles, behaupten Astronomen unter der Leitung von Takahiro Sumi (Osaka-Universität) in der Zeitschrift Nature. Bislang hat man ja gerne das Bild von Sternen, die wie bei unserer Sonne als "Mutter" von Planeten als Kindern umgeben sind. Da herrscht Ordnung und gibt es Hierarchie.

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Nach einer Durchsuchung des Zentrums der Milchstraße 2006 und 2007 mit der Hilfe des Gravitations-Linseneffekts wurden Hinweise auf bis zu 10 Single-Planeten mit der Masse von Jupiter gefunden. Kleinere Planeten lassen sich mit dieser Technik nicht entdecken. Sie sind zwischen 10.000 und 20.000 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Diese Einzelgänger aufzuspüren ist schwer, weil sie eben alleine durch das Weltall im Dunklen fliegen. Angenommen wird, dass die Singles von entstehenden Planetensystem, die noch instabil sind, ausgestoßen wurden bzw. von diesen nicht gehalten werden konnten.

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So könnte ein Single-Planet aussehen, der alleine durch die Weite des Weltalls fliegt. Bild: NASA/JPL-Caltech

Man habe zwar frei fliegende Planeten vorhergesagt, jetzt habe man sie aber erstmals entdeckt, erklärt Nasa-Wissenschaftler Mario Perez, der Experte für Exo-Planeten ist. Aus der Entdeckung von wenigen planetaren Einzelgängern mit der Jupiter-Masse in einem kleinen Bereich könne geschlossen werden, dass es noch sehr viel mehr gibt. Möglicherweise gibt zweimal mehr Single-Planeten als Sterne. Und es könnte von ihnen ebenso viele geben wie Planeten, die um Sterne kreisen. Das wären dann, so die Nasa, Hunderte von Milliarden Single-Planeten alleine in der Milchstraße. Ausschließen könne man allerdings nicht, dass einige der entdeckten Planeten vielleicht doch keine Einzelgänger sind, sondern nur in sehr großen Umlaufbahnen um ihre Sterne kreisen.

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