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Taglinger klickt neben der Spur

Merkst Du, Facebook

28.01.2013

Eine Studie zeigt, dass wir uns eher einen Facebook-Status merken als einen Satz aus einem Buch. Aber es kommt noch schlimmer.

Für alles gibt es bekannterweise schon eine Studie, oder es existiert nicht auf dieser Welt. Also hat sich Doktor Laura Mickes zum Ziel gesetzt herauszubekommen, was wir uns eher merken: Eine Statusanzeige auf Facebook oder einen Satz, den wir in einem Buch gelesen haben.

Ja nun: Facebook gewinnt und die abendländische Kultur geht wieder einmal den Bach runter. Da kann jeder auch noch an Ostern sagen, wann im Winter und wo die besten Freunde wieder einmal Schnee vor der Türe gefunden haben. Aber den Schluss von diesem Buch, von dem Dings, also der mit dem Auto, womit er nach Dings gefahren ist, der Held, also das merkt niemand. Denn es ist sogar noch schlimmer: Gesichter merkt man sich scheinbar auch schlechter, so die Studie:

In the first two experiments, participants’ memory for Facebook posts was found to be strikingly stronger than their memory for human faces or sentences from books—a magnitude comparable to the difference in memory strength between amnesics and healthy controls. The second experiment suggested that this difference is not due to Facebook posts spontaneously generating social elaboration, because memory for posts is enhanced as much by adding social elaboration as is memory for book sentences.

Daran ist natürlich der Weltenerobererplan von Zuckerberg schuld - oder es gibt eine andere Erklärung. Zum Beispiel die von Frau Doktor Mickes:

Our final experiment, using headlines, sentences, and reader comments from articles, suggested that the remarkable memory for microblogs is also not due to their completeness or simply their topic, but may be a more general phenomenon of their being the largely spontaneous and natural emanations of the human mind.

Wir sind einfach spontaner in Social Media Postings. Wir sind so richtig wir. Und das sind die Sätze in Büchern eben nicht. Wie spontan war schliesslich Thomas Mann schon...eben, der gehört ja doch vielleicht in die Rubrik Klemmbeutel. Von dem merkt es sich so schlecht. Und deshalb können wir uns aber nicht an sein Gesicht erinnern. An unseres vermutlich schon...wenn wir jetzt ganz spontan sind.

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Die aktuelle "Enthüllung" der SZ hatten wir schon 1998, deshalb frisch aus dem Archiv:

Christiane Schulzki-Haddouti 24.08.1998

Undercover

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