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Möglicherweise sind Produkte geklonter Tiere schon in der EU weit verbreitet

04.08.2010

In Großbritannien ist bekannt geworden, dass bereits Milch und Fleisch von Nachkommen geklonter Tiere als Lebensmittel verkauft wurden

Große Aufregung herrscht in Großbritanien, nachdem bekannt wurde, dass nicht nur bereits Milch von geklonten Tieren auf den Markt gekommen ist, sondern auch Fleisch von Nachkommen einer geklonten Kuh. Vermutlich handelt es sich nur um das Fleisch eines Jungbullen, das letztes Jahr in Großbritannien verkauft wurde, wie die Food Standards Agency berichtet. Der Verkauf des am 27. Juli 2010 geschlachteten Jungbullen sei verhindert worden. Die FSA versichert, dem Vorfall nachzugehen, beteuert aber auch, dass Milch und Fleisch von geklonten Tieren keinerlei bekannte Sicherheitsrisiken darstellen. Man versuche, auch das Rind zu finden, von dem möglicherweise, wie ein Bauer anonym berichtet hatte, Milch als Lebensmittel verkauft wurde. Eine Kuh mit dem Namen Dundee Paradis sei aufgespürt worden, man wisse aber noch nicht, ob von ihr die Milch stammt.

Die Bauern, von denen die Jungbullen kommen, sind erstaunt über die Aufregung. Sie versichern, sie hätten alle Regelungen beachtet. Sie hätten 2008 die Jungbullen gekauft und gewusst, dass sie Nachkommen eines geklonten Tiers sind. Sie seien ganz normal registriert worden, was auch für die 96 Kälber gelte, die beide Stiere selbst als Nachkommen erzeugt haben.

Produkte von geklonten Tieren gelten in der EU als "Novel Foods", für die eine Genehmigung und eine Sicherheitsprüfung erforderlich wären, bevor sie als Lebensmittel auf den Markt kommen dürfen. Bislang wurde eine solche Genehmigung nicht beantragt, Mutmaßungen gehen aber dahin, dass nicht nur in Großbritannien, sondern vielleicht auch in der Schweiz oder in anderen Ländern Produkte geklonter Tiere bereits verkauft und verzeht worden seien. Nach einer Umfrage lehnt die Mehrheit der Europäer solche Produkte ab, eine Mehrheit der Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat erst Anfang Juli ein gesetzliches Verbot gefordert ( Trinken wír bereits Milch von geklonten Tieren?).

Die britische Behörde muss allerdings einräumen, keine Ahnung zu haben, wie viele geklonte Tiere bzw. Nachkommen von diesen eingeführt worden sind und ermahnt daher nur die Züchter, verantwortlich zu handeln und Einfuhren zu melden. Da Samen geklonter Tiere ohne jede Einschränkung in die EU eingeführt werden können, ist nach EU-Mitarbeitern durchaus möglich, dass es bereits Tausende von Kühen und Schweinen gibt, die Nachkommen geklonter Tiere sind und deren Fleisch oder Milch sich schon längst in der europäischen Nahrungskette befinden, ohne dass Behörden und Konsumenten davon Kenntnis haben. Wenn es nun schon Tausende Nachkommen geklonter Tiere in der EU geben sollte, dann wird es nicht nur für die FSA, sondern für alle nationalen Behörden schwer oder unmöglich sein, diese aufzuspüren und weitere Verkäufe von deren Produkten bis zur erfolgten offiziellen Genehmigung zu verhindern.

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