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Nachrichten aus der Wissenschaft

Nahtoderlebnisse sind kein Beweis für ein Leben nach dem Tod

19.08.2013

US-Wissenschaftler konnten an Ratten beobachten, dass nach dem Herzstillstand über EEG noch eine hoch synchronisierte Gehirnaktivität beobachtet werden kann

Nahtoderfahrungen sind Gegenstand zahlreicher Erzählungen. Menschen, die als klinisch tot diagnostiziert wurden, im Sterben lagen oder im Koma lagen, berichteten nach ihrem Erwachen von Erfahrungen währenddessen. Ob ein sterbendes Gehirn, auch wenn es dann doch nicht stirbt, Erfahrungen machen kann, die bewusst werden, blieb Ansichtssache. Etwa 20 Prozent der Menschen mit einem Herzstillstand sollen Nahtoderlebnisse erfahren, die von ihnen als "wirklicher als wirklich" beschrieben werden. Nach US-Wissenschaftlern könnten die Nahtoderfahrungen von Menschen, die vorübergehend klinisch tot waren, wissenschaftlich bestätigt werden.

Wenn Menschen bewusste Erfahrungen machen, dann müsste dies auch nachweisbar sein, selbst wenn das Herz nicht mehr schlägt und das Gehirn nicht mehr mit Blut versorgt wird. Mit Menschen lässt sich hier nicht arbeiten, wohl aber mit Versuchstieren, was freilich auch grausam, aber Alltag ist. Wissenschaftler der University of Michigan Medical School wollen nun erstmals an Ratten beobachtet haben, wie sie in PNAS berichten, physiologisch in einem sterbenden Gehirn geschieht.

Dazu analysierten sie die EEG-Aufzeichnungen von neun betäubten Ratten, die einem experimentell verursachten Herzstillstand ausgesetzt wurden. Verglichen wurde die neuronale Aktivität mit Mäusen, die wach oder betäubt waren. Innerhalb der ersten 30 Sekunden nach dem Herzstillstand konnte eine "stark synchronisierte Gehirnaktivität" von Gamma-Wellen ausgemacht werden, die ähnlich einem hoch erregten Gehirn war. Fast identische neuronale Aktivitätsmuster wurden bei den sterbenden Gehirnen von Ratten beobachtet, die erstickten. Für die Wissenschaftler kann das Gehirn nach dem Herzstillstand noch interne Informationen verarbeiten.

Beunruhigend ist, wenn die Wissenschaftler sagen, dass die neurophysiologischen Vorgänge bei Menschen, die einen Herzstillstand überlebten, bislang nicht systematisch untersucht wurden. Es sei aber EEG-Aktivität bei Menschen beobachtet worden, die nach dem Herz-Kreislauftod zur Organspende herangezogen wurden. Die Wissenschaftler führen dies nicht weiter aus, gehen aber davon aus, dass ihre Versuche an Ratten zeigten, dass es wissenschaftlich nachweisbar das biologische Paradox gibt, dass das menschliche Bewusstsein nach dem Tod noch aktiv ist. Bislang wurden die Nahtoderlebnisse gerne als Beweis dafür hergenommen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt oder dass das Bewusstsein nicht körperlich verankert ist. Aber selbst wenn Gehirnaktivität über das EEG nachweisbar ist, gibt dies noch keinen Aufschluss darüber, was das sterbende Gehirn erlebt – und warum sich die Erlebnisse ähneln. Die Reduktion der Sauerstoff- und Zuckerversorgung des Gehirns bei einem Herzstillstand kann, so die Wissenschaftler, die Gehirnaktivität stimulieren

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