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Neue Sensationen im Zirkus Sarrazini

11.06.2010

Der Bundesbank-Vorstand und frühere Berliner Finanzsenator vollführt ein weiteres Aufmerksamkeitskunststück

Thilo Sarrazin – der Name klingt mehr nach dem eines Zirkusdirektors als nach einem Finanzpolitiker. Und tatsächlich scheinen Thilo Sarrazins Talente auch wesentlich stärker im Bereich der Aufmerksamkeitserzeugung zu liegen als im Finanzpolitischen, wo er Geringverdienern empfahl, im Winter an der Heizung zu sparen und dabei unter anderem die Folgeschäden durch Schimmel außer Acht ließ.

Am Donnerstag zeigte Sarrazin zum wiederholten Male, worin er wesentlich besser ist, als im schnöden Abwägen: Auf einer Veranstaltung der Arbeitskreise Schule-Wirtschaft der Unternehmerverbände Südhessen meinte er im Rahmen eines von ihm gehaltenen Vortrages zum Thema "Bildung, Demografie, gesellschaftliche Trends", dass die Bevölkerung in Deutschland "auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer" werde. Und dies liege, so der 65-Jährige, auch am Zuzug ungebildeter Zuwanderer "aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika".

Diese geben ihr Manko dem Bundesbank-Vorstand zufolge häufig an ihre Kinder weiter, deren Intelligenz zu nahezu 80 Prozent von den Eltern bestimmt werde. Bisher ist nicht ganz klar, ob er damit den rein genetischen Faktor meinte oder eine kulturelle Erblast mit einbezog. Sollte letzteres der Fall sein, dann wäre die Aussage relativ trivial – denn Studien, die statistisch belegen, wie sehr es von Bildungsgrad der Eltern abhängt, ob ein Kind ein Gymnasium besucht oder studiert, erscheinen in Deutschland regelmäßig, ohne jemals auch nur ansatzweise das Aufsehen zu erregen, das Sarrazin nun entfachen konnte.

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