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Nicht einmal als Spermienlieferanten werden Männer noch interessant sein

31.01.2008

Britische Forscher haben Vorläuferzellen von Spermien aus weiblichen embryonalen Stammzellen erzeugt.

2006 haben Forscher von der Newcastle University und dem North-east England Stem Cell Institute (NESCI). gezeigt, dass es prinzipiell möglich ist, Stammzellen, die aus dem Knochenmark von Männern gewonnen wurden, in Spermienzellen zu verwandeln. Die Wissenschaftler unter der Leitung von Karim Nayernia, der vor zwei Jahren vom Institut für Humangenetik in Göttingen zur Newcastle University gewechselt ist, hatten allerdings nur Vorläuferzellen von Spermien, so genannte spermatogoniale Stammzellen (SSC), geschaffen. Aus ihnen könnten sich Spermien entwickeln, die Eizellen befruchten – und dann dazu dienen, dass Frauen Kinder ohne Beteiligung von Männern erzeugen können.

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2006 ist es Nayernia bereits gelungen, aus embryonalen Stammzellen von Mäusen Spermien zu züchten, die Meiose und Haploidisierung durchlaufen und Eizellen befruchtet hatten. Allerdings konnten diese sich nicht bewegen und mussten mit einer Kanüle in die Eizellen eingeführt werden. Eingepflanzt in den Uterus entwickelten sich aber aus einigen Embryos und Mäusenachkommen, die allerdings einige gesundheitliche Probleme hatten

Jetzt berichtet Nayernia, dass es ihm und seinem Team gelungen sei, aus embryonalen Stammzellen von einem weiblichen Embryo Vorläufer von Spermienzellen zu gewinnen. Ob es gelingt, daraus befruchtungsfähige Spermien zu machen, steht noch dahin, aber es handelt sich um einen prinzipiellen Durchbruch, da bislang Zweifel bestanden, ob aus weiblichen embryonalen Stammzellen überhaupt Spermien entstehen können, weil diese kein Y-Chromosom besitzen, auf dem sich für die Spermienbildung wichtige Gene befinden. Nayernia sagt, damit sei klar, dass es prinzipiell möglich ist, Spermien aus Zellen von Frauen erzeugen zu können. Der Forscher hat nun einen Antrag gestellt, mit Stammzellen aus dem Knochenmark einer Frau experimentieren zu dürfen.

Sollte dies gelingen und befruchtungsfähige Spermien erzeugt werden, die zu gesunden Kindern führen, dann hätte es die Biotechnologie erreicht, dass Frauen durch künstliche Befruchtung nicht nur auf Sex, sondern nun auch endgültig auf die Männer verzichten können.

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