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Neuigkeiten aus der Welt des Klimas und der Energie

Niedersachsen stoppt Castor-Transporte nach Gorleben

06.09.2012

Endlagerfrage wird Wahlkampfthema, weiterhin keine ergebnisoffene Standortsuche

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) will keine weiteren Castortransporte ins Atommülllager Gorleben mehr zulassen. Sein Bundesland habe bereits den gesamten deutschen Atommüll aus ausländischen Wiederaufbereitungsanlagen eingelagert, nun seien "auch mal andere dran". Als Alternative zu Gorleben schlägt er ein "Zwischenlager in Schleswig-Holstein" oder ein Endlager in Süddeutschland vor. Konkret geht es um die Lieferung von 26 Castor-Behältern gefüllt mit strahlendem Restmüll aus Sellafield und La Hague.

Im Januar wird in Niedersachsen gewählt, insofern bleibt abzuwarten, ob es bei dem Vorstoß nur um kurzfristigen Stimmenfang geht oder ob auch konstruktive Alternativvorschläge folgen. Dass der strahlende Müll möglichst für Jahrtausende sicher aufbewahrt werden muss, ist jedem verantwortungsvoll Denkendem klar. Im Moment hat sich die Frage nach möglichen Enlagerstandorten in Deutschland leider wieder entlang kurzfristiger politischer Interessen und bestehender Koalitionen verfestigt.

Denn es hat bereits eine Vorfestlegung auf Salzstöcke (vor allem in Niedersachsen, und weil ja schon gebaut wurde, Gorleben im speziellen) und Tongesteine in Süddeutschland stattgefunden. Als Wahlkampfmunition liegen diese Tongesteine praktischerweise in der Gegend um Ulm in Baden-Württemberg mit seiner grün-roten Landesregierung.

Würde in Deutschland wirklich ergebnisoffen auf Grundlage der Geologie ein Endlagerstandort gesucht, kämen auch Festgesteine in Frage. Schweden baut seine Endlager zum Beispiel in Granitschichten. Die immer weitere Verzögerung bei uns macht es immer wahrscheinlicher, dass eine Entscheidung am Ende aus Brüssel kommen wird. Standorte wie das schwedische Forsmark könnten dann zu europaweit zentralen Endlagern werden. Denkbar ist auch, dass in Deutschland mit seiner föderalen politischen Struktur mehrere dezentrale Endlager eingerichtet werden, in unterschiedlichen Gesteinen und übers Land verteilt. So hätten alle die Altlasten des Atomzeitalters zu tragen.

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Die aktuelle "Enthüllung" der SZ hatten wir schon 1998, deshalb frisch aus dem Archiv:

Christiane Schulzki-Haddouti 24.08.1998

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