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Noch Hoffnung für die Alternative für Deutschland oder die Piraten?

04.09.2013

Nach dem stern-RTL-Wahltrend liegen Union und FDP weiter vorne, Steinbrück hat das Duell kaum geholfen

Die Bundestagswahl nähert sich, in den Umfragen ändert sich aber noch nicht viel. SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hofft zwar darauf, dass Millionen von Menschen, die noch nicht wissen, ob bzw. wen sie wählen könnten, unverhofft Rot-Grün noch zu einer Mehrheit verhelfen könnten. Aber das dürfte nur Wahlkampfgedöns sein, glauben wird er wohl selbst nicht mehr daran.

Der neueste stern-RTL-Wahltrend zementiert vielmehr die Lage. Union und FDP haben mit 45 Prozent nicht nur deutlich mehr Punkte als Rot-Grün mit 34 Punkten, sie liegen auch vor dem so genannten "linken Lager" von SPD, Grünen und Linken mit 43 Prozent.

Die Union würden 40 Prozent der Befragten wählen, die FDP 5 Prozent. Bei einer Fehlertoleranz von 2,5 Prozent wäre es auch bei dieser Umfrage noch keineswegs sicher, ob die Liberalen wirklich im Parlament bleiben werden. Nach dem Duell zwischen Steinbrück und Merkel konnte sich die SPD um einen Punkt auf 23 Prozent verbessern, da tut sich also nicht mehr viel. Die Grünen bleiben bei 11 Prozent, die Linke verliert einen Punkt und steht nun bei 9 Prozent.

Die Piraten bleiben bei 3 Prozent, die AfD wächst um einen Punkt auf 4 Prozent. Beide Parteien könnten am Wahltag vielleicht noch zulegen und die Hürde schaffen, wenn die wahlmüden Bürger doch noch eine Alternative setzen oder ihren Protest durch das Kreuz verkünden wollen. Unwägbarkeiten gibt es also noch viele, je nachdem, ob die FDP aus dem Rennen fällt oder AfD und/oder die Piraten den Einzug schaffen. Nur für Rot-Grün bleibt es düster, auch wenn Steinbrück ein wenig an Beleibtheit hinzugewonnen hat und die noch unentschlossenen Wähler nach dem Duell mit 44 Prozent eher Steinbrück als mit 38 Prozent Merkel als "Sieger" sahen.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern, bei dem TV-Duell hätten Kanzlerin und Kandidat vor allem die eigenen Lager hinter sich scharen können. Ausschlaggebend für die Wahl seien aber die vielen unentschlossenen Wähler. Hier sei jedoch keine klare Tendenz zu erkennen: 38 Prozent von ihnen hätten Merkel, 44 Prozent Steinbrück als Sieger gesehen. Güllner zum stern: "Inwieweit Letztere nun am 22. September tatsächlich SPD wählen werden, ist offen."

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte zwischen dem 27. August und 2. September 2013 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

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