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Nur ein "geistesgestörter Norweger"

25.07.2011

Die rechtspopulistischen Bewegungen wie PI distanzieren sich unglaubwürdig vom Massaker in Norwegen

Schön ist, wie man auf der Hass-Website Politically Incorrect versucht, sich von dem Massenmörder Breivik zu distanzieren, der die eigene Ideologie verbreitet und mörderisch umgesetzt hat. Er habe der "islamkritischen Szene einen Bärendienst erwiesen", heißt es dort. Man will nicht mit dem Massenmörder, der ähnlich wie al-Qaida agiert hat, identifiziert werden, sieht aber auch nicht wirklich eine Möglichkeit, sich zu distanzieren, ohne die eigene Ideologie zu verraten.

Ziemlich schlapp ist die Argumentation, die natürlich nicht auf das islamfeindliche Gedankengut von Breivik eingeht, aber insgeheim konform mit der politischen Ausrichtung des Massenmörders ist:

"Seine abscheuliche Tat ist Wasser auf die Mühlen derer, die er offensichtlich bekämpfen wollte. Und wie im Falle der jüngsten Katastrophe in Japan ist davon auszugehen, dass die politische Linke, allen voran in Deutschland, nicht zögern wird, das traurige Ereignis für ihre Zwecke zu instrumentalisieren."

Breivik, so liest man auf PI, solle nun dazu dienen, die Muslimgegner zu "dämonisieren". Allerdings ist er nun einmal einer der ihren, womit man nicht zurechtkommt. Man schreibt Breivik zu, "teilweise in einer kruden und verschwörungstheoretischen Gedankenwelt gefangen" zu sein, was man selbst wohl auch ist. Versucht wird, die Ideen eines angeblich verrückten Einzelnen von den angeblich wohl begründeten Motiven der Muslimgegner abzutrennen:

"Dass ein offensichtlich geistesgestörter Norweger sie ("die allgegenwärtigen Integrationsprobleme mit vielen eingewanderten Moslems, die Sorge vor einer schleichenden Islamisierung, die zunehmende Gesinnungsdiktatur aus dem politisch linken Lager, der Werte- und Identitätsverlust europäischer Völker und die mutmaßliche "Abschaffung" derselben") zum Anlass für eine abscheuliche Tat genommen hat, negiert sie nicht, löst sie nicht, macht sie nicht harmloser. Im Gegenteil: es verstärkt sie gar noch, da die Auseinandersetzung mit diesen Themen in Zukunft wohl noch schwieriger werden wird. Denn Anders Breivik hat den Verfechtern der multikulturellen Gesellschaft ein schweres Geschütz geliefert, das zukünftig gegen jeden Kritiker zum Einsatz kommen wird, ganz gleich, ob die Kritik berechtigt ist und woran und warum sie geäußert wird."

Nein, mit Breivik will man nichts zu tun haben, mit seiner Ideologie will man sich nicht auseinandersetzen, als sei er ein Agent der Gegner und habe der wahrhaftigen Bewegung der Antiislamisten nur einen "Bärendienst" erwiesen. Natürlich ist man erhaben, weil man doch die Toleranz fördert:

"Faktisch sind es gerade die so genannten 'Rechtspopulisten' wie Wilders, Freysinger oder Stadtkewitz, deren Bestreben es ist, diese Probleme auf demokratischem Wege zu thematisieren und mit rechtsstaatlichen Mitteln zu lösen. Ihnen nun eine Mitschuld an dem abartigen Verbrechen des Anders Breivik zu geben, ist nicht nur eine bodenlose Frechheit, sondern ein unumstösslicher Beweis für die mangelnde Fähigkeit vornehmlich linker Schreiberlinge, ihr eigenes Handeln und ihr eigenes Wirken kritisch zu hinterfragen."

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