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Nur geringe Jobchancen für die Generation 50+

26.08.2011

Die sogenannten "Best Ager" sind die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt

Auch wenn Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bereits mehrfach verkündete, Ältere seien derzeit die Gewinner auf dem Arbeitsmarkt, so sieht die Wirklichkeit doch oft anders aus. Ab 40 sinkt die Chance einen Job zu finden. Wer älter als 50 Jahre ist hat noch weniger Vermittlungschancen. Das weiß man scheinbar auch in den entsprechenden Ministerien, denn für keine andere Gruppe von Arbeitslosen gibt es mehr Beschäftigungsprogramme und Zuschüsse. Mit dem Millionen Euro teuren Programm "Perspektive 50plus" und anderen Initiativen, sollen "Best-Ager" wieder fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden.

Doch bei der Umsetzung derartiger Programme, kommt man immer wieder ins Staunen. So stehen Dinge wie Gymnastikkurse und Spaziergänge am Rhein schon mal als Aktivierungsmaßnahme auf dem Programm, wie der MDR herausgefunden hat. Einzig die Gruppenerfahrung und der Austausch mit anderen Betroffenen dürften hier als Positiveffekt zum Tragen kommen. Doch nicht alle Kurse sind nur als reine Beschäftigungstherapie anzusehen. Es gibt auch Schulungen, die sich durchaus mit dem Berufsleben beschäftigen. Auch hier werden Arbeitslose oft ohne Beachtung von Vorbildung, Fähigkeiten und Berufswünschen in Kurse gesteckt, deren Sinn für das Fortkommen des Einzelnen durchaus zweifelhaft erscheint, aber deren Besuch der Arbeitslose ohne Gefährdung seiner Leistungszahlung nicht ablehnen kann. Eine größere Jobchance hat er dadurch meist nicht, aber zumindest die Statistik freut sich. Denn solange die Maßnahme andauert, gelten die Teilnehmer nicht als arbeitslos.

Obwohl diese Gruppe dank früherer geburtenstarker Jahrgänge heute 26% der Beschäftigten ausmacht, sind bei den Neueinstellungen Ältere nur mit 13% beteiligt. Ältere werden ungern eingestellt. Ein Umstand, der nicht nur durch Formulierungen wie "Passen Sie in unser junges Team?" deutlich wird. "Wer als älterer Mensch arbeitslos wird, hat wenig Chancen auf eine neue Beschäftigung", sieht auch der DGB die aktuelle Lage und stützt sich dabei auf den neuen Altersübergangsreport des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ).

Nach einer kurzfristigen leichten Verbesserung der Situation bis März 2011 sind die Arbeitsmarktchancen für Ältere wieder schlechter geworden. "Aktuell steigt die Arbeitslosigkeit bei den über 55-Jährigen wieder an (plus 1,5 Prozent) – während die allgemeine Arbeitslosigkeit im Juli 2011 gegenüber dem Vorjahr um fast acht Prozent zurückging", wie man seitens des Deutschen Gewerkschaftsbundes konstatiert. Deren Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach fordert daher eine Aus- und Weiterbildungsinitiative für Ältere, um den tatsächlichen Fachkräftebedarf abdecken zu können, denn: "Steigende Altersarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel ist keine Alternative, sondern ein Unding."

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