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Obama benutzte Osama

11.05.2015

Bin Laden-Tötung war Wahlkampf-Gag

Als Saddam Hussein 2003 aus einem Erdloch gezogen wurde und dabei auf Fotos im Hintergrund ein Strauch mit reifen Datteln zu erkennen war, merkten Beobachter an, dass die Dattel-Ernte in diesen Breiten damals schon lange vorbei wäre. Einige mutmaßten, der Mann sei schon längst in US-Gewahrsam gewesen, um ihn zu präsentieren, wenn eine Erfolgsmeldung dringend gebraucht würde. Die Jagd auf den entthronten irakischen Staatschef motivierte nicht zuletzt die GIs, die nach Trophäen suchten.

Nunmehr erzählt der Enthüllungsjournalist Seymour Hersh eine ganz ähnliche Geschichte. So soll der pakistanische Geheimdienst ISI (der bereits mit der CIA und dem Saudi Osama bin Laden die Tailban/Al Qaida aufgebaut hatte) seit 2006 bin Laden unter Kontrolle gehabt haben. Als der US-Oberbefehlshaber vor dem Wahlkampf den starken Mann geben musste, wurde der Aufenthaltsort offenbar für 25 Millionen $ eingekauft und ein Killerteam geschickt. Eine Drohne wäre vermutlich nicht patriotisch genug gewesen.

Für den publikumswirksamen Blattschuss zog der ISI sein Personal vor Ort ab. Als Coverstory für das Aufspüren hielt eine Befgragung von Impfpersonal des Roten Kreuzes her, dem dort seither misstraut werden muss. Außerdem legitimierte man mit dem vermeintlichen Fahndungserfolg die Folter. Pfarrerstochter Angela Merkel, eigentlich aus Art. 1 GG zur Achtung der Menschenwürde verpflichtet, gratulierte damals zu der Hinrichtung eines bettlägrigen Mannes durch die Navy Seals.

Über das Wahlkampf-Halali gibt es zwei konträrere Würdigungen aus Hollywood: So präsentierte Zero Dark Thirty 2013 die Missachtung des Menschenrechts auf einen fairen Prozess durch Liquidierung eines Wehrlosen als patriotischen CIA-Thriller. Eine realistischere Bearbeitung des Themas stammt bereits von 1997: Wag the Dog.

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