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Omerta, irisch-katholisch

27.11.2009

Ein Bericht des irischen Justizministeriums offenbart eine Konspiration zwischen Erzbischöfen und Polizei in Fällen priesterlichen Missbrauchs von Kindern

Noch vor Jahren war es dem Besuch einer irischen Familie nicht erlaubt, auch nur ein kritisches Wort über Priester fallen zu lassen, dessen ungeachtet lachte man abends gemeinsam über die Sit-Com "Father Ted"...Das Lachen über harmlose menschliche Abirrungen vom rechten Weg, den die geistlichen Hirten in dieser Serie zeigten, ist den Iren nun schon seit längerem vergangen. Die Realität brachte in diesem Jahrzehnt Vergehen der Priester an Kindern zum Vorschein, die für viele überzeugte irische Katholiken wie ein Alptraum ausnehmen.

Nach den Enthüllungen des sogenannten Ryan-Reports und den Erkenntnissen der Ryan-Kommission, die seit Sommer dieses Jahres im Netz nachzulesen sind, die den unsagbaren Horror von weit über zehntausend Kindern offenlegt, die von Priestern, Lehrern und Laien, die für die Kirche arbeiteten, misshandelt, geprügelt, schikaniert oder vergewaltigt wurden, wurde gestern der Bericht einer Untersuchungskommission des Justizministeriums veröffentlicht, die sich Akten der Erzdiözese Dublin genauer angeschaut hat.

Tausende von Dokumente wurden von der Kommission durchgesehen, neun Jahre lang, herausgekommen ist eine Anklageschrift von über siebenhundert Seiten, die eine Konspiration zwischen den Erzbischöfen und verantwortlichen Polizeistellen offenbart: Demnach hätten sich beide Institutionen darüber verständigt, dass man die Fälle von Kindesmisshandlungen durch Priester besser verschweigen solle als zu ermitteln.

In dem fast 30 Jahre (von 1975 bis 2004) umspannenden Berichtszeitraum gab es Tausende von Fällen, in denen sich Priester an den ihnen anvertrauten Kinder vergingen. Das war nach Ermittlungen der Berichtverfasser den vier in diesem Zeitraum amtierenden Erzbischöfen der Diözese durchaus bekannt. Dennoch hielten sie ihre schützende Hand nicht über die Kinder, sondern über die Priester - manche wurden sogar befördert, der Kontakt mit Kindern konnte von ihnen weiter aufrechterhalten werden.

Die Anstrengungen der Bischöfe konzentrierten sich darauf, den Skandal, der den Ruf der Kirche erschüttert hätte, zu verhindern - mit Hilfe einer Polizei, die sehr darauf bedacht war, die Priester in Ruhe zu lassen. Und immer wieder mit der Rückenstärkung von geistlichen Würdenträgern, die als Gelehrte der himmlischen Gerechtigkeit auf Erden galten, als Spezialisten des kanonischen Rechts etwa, und beträchtlichen Einfluss ausübten. Nach Auffassung etwa von Monsignor Gerard Sheehy lag es nicht in der Verantwortung der Erzdiözese, Beschwerden über pädophile Priester an staatliche Autoritäten oder die Garda-Polizei weiterzuleiten.

Der Bericht verweist unter anderem auch darauf, dass die Erzdiözese bereits 1987 eine Versicherungspolice gegen Schadenersatzforderungen von Opfern abgeschlossen hatte. Missbrauchsfälle wurden aber erst sehr viel später, Mitte der neunziger Jahre, weitergemeldet - allerdings auch nur vereinzelte Fälle.

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