p
Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Piraten: "Volkspartei im Mini-Format"

03.04.2012

Im aktuellen stern-RTL-Wahltrend legen die Piraten auf 12 Prozent zu und haben Chancen, nach den Linken auch die Grünen zu überholen

Dass Umfragen im Stimmungsbild nicht ganz daneben liegen, hat erst die letzte Wahl im Saarland gezeigt. Hier konnten die Piraten aus dem Stand heraus auf 7,4 Prozent springen, während die Liberalen um fast ebenso viel in die politische Bedeutungslosigkeit absackten. Auch die Linke und die Grünen verloren im Saarland, die SPD konnte zwar zulegen, wird sich aber als Juniorpartner der CDU selbst den Boden unter den Füßen wegziehen.

Nach dem neuesten stern-RTL-Wahltrend ist die Anziehungskraft der Piraten weiterhin ungebrochen, obgleich sie sich bislang noch kaum durch politisches Handeln beweisen und wegen ihres Erfolgs bei mehr und mehr angegriffen werden, vor allem aufgrund ihrer angeblich fehlenden Programmatik, ihrem Transparenz-Manatra und ihrem zur Schau getragenen Unwissen.

Gegenüber der letzten Woche konnten sie um weitere 5 Punkt auf nun 12 Prozent zulegen - knapp hinter den Grünen, die nur noch 13 Prozent erzielen können, und vor den Linken, die bei 9 Prozent stagniert. Die CDU verliert einen Punkt und fällt auf 35 Prozent, die SPD kommt auf 25 Prozent, gerade noch einmal doppelt so viel wie die Piraten. Die FDP bleibt mit 3 Punkten unter der 5-Prozent-Hürde, auch wenn sie nach Forsa durch ihr Nein zu Schlecker-Hilfen ein wenig profitiert hat.

Jeder Wahlsieg scheint die Piraten weiter in der Gunst der Wähler steigen zu lassen. Man wird allerdings darauf warten können, dass der Höhenflug bald abreißen dürfte, auch wenn er in NRW und Schleswig-Holstein noch anhalten dürfte. Die übrigen Parteien müssen sich nun ernsthaft Gedanken machen, was sie dem Sog entgegenstellen wollen. Die Piraten gewinnen Wähler zwar wahrscheinlich besonders stark von den Grünen, aber sie erhalten von allen Parteien Zulauf. Das macht sie, wie Forsa-Chef Manfred Güllner sagt, zu einer "Volkspartei im Mini-Format".

Die Telepolis-Leser waren schon früh in Umfragen Piraten-affin. Im September 2011 stimmten vor der Wahl in Berlin 57 Prozent für die Piraten, im November 2010 lagen die Piraten mit 26 Prozent noch knapp hinter Grünen und Linken mit jeweils 27 Prozent. Vor der Bundestagswahl 2009 stimmten aber schon 76 Prozent für die Piraten.

In der aktuellen Telepolis-Umfrage liegen sie gerade wieder bei 70 Prozent.

fehler melden
drucken
versenden
zitieren
service:
drucken
versenden
facebook
twitter
google+
rss feeds
newsletter
folgen:
facebook
twitter
google+
rss
newsletter
http://heise.de/-1991893
Anzeige
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Anzeige
Cover

Es werde Geld ...

Eine kurze Geschichte des Geldes

Energiewende Abkehr von Europa? Politik in der Krisenfalle
bilder

seen.by


TELEPOLIS