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Portugals Rettung soll etwa 75 Milliarden Euro kosten

25.03.2011

Eurogruppenchef Juncker hofft nun, dass sich die Euro-Krise nicht auf das große Nachbarland Spanien ausweitet

Nun geht alles plötzlich gang schnell. Nachdem die gesamte Opposition in Portugal erwartungsgemäß den vierten Sparplan der sozialistischen Minderheitsregierung abgelehnt hat, zirkulieren auf dem EU-Gipfel schon die Summen, die für die Rettung als "angemessen" erachtet werden. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker hält 75 Milliarden aus dem Rettungsschirm für angemessen. Das sagte Juncker, der auch Vorsitzender der Eurogruppe ist, gegenüber dem französischen Fernsehen France 24, aus dem Dow Jones Newswires vorab zitiert.

Es klingt schon ein wenig wie das ängstliche Pfeifen in der Nacht, wenn Juncker in Bezug auf Spanien anfügt: "Es wäre absurd, wenn sich die Finanzmärkte auf Spanien einschießen sollten, falls Portugal Finanzhilfen beantragt." Das sind genau die Sprechblasen, die man nach dem Gang Griechenlands und Irlands unter den Rettungsschirm schon in Bezug auf Portugal und Spanien gehört hat. Gründe dafür gibt es nicht, warum sich Spekulanten, die nun erfolgreich Portugal abgeschossen haben, sich nicht Spanien zuwenden sollten.

Spanien hat viel dramatischere Probleme als Portugal. Da ist die Rekordarbeitslosigkeit von 21%, die Kreditausfälle auf immer neue Rekorde treibt. Damit werden die Probleme der spanischen Banken größer. Die Tatsache, dass spanische Banken viel Geld in Portugal angelegt haben, verbessert ihre Lage nicht gerade. Es ist sicher auch kein Zufall, dass ausgerechnet gestern die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von 30 spanischen Banken herabgestuft hat. Die Bonitätsnoten von fünf Banken wurden sogar um drei oder vier Stufen herabgestuft.

Moody's hatte vor 15 Monaten den Abgang Portugals auf den Weg gebracht. Mit der Herabstufung der portugiesischen Kreditwürdigkeit in der letzten Woche um gleich zwei Stufen wurde Portugal definitiv unter den Rettungsschirm getrieben. Die politische Krise nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Socrates beschleunigt den Vorgang nur. Pedro Santos Guerreiro, Chef einer angesehenen Wirtschaftszeitung, sagte im portugiesischen Fernsehen, die politische Krise wirke als "Brandbeschleuniger". Er hält die baldige Rettung für "unvermeidbar", weil auch die Kassen der Staatsbetriebe leer seien.

Schon vor Juncker hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg die Rettungssumme in einem Umfang auf 50-70 Milliarden Euro beziffert. Die Agentur hat sich dabei auf zwei Personen bezogen, die direkt innerhalb der EU mit dem Thema betraut seien. Angesichts der Summen, die mit 110 Milliarden für Griechenland und 85 Milliarden für Irland aufgebracht wurden, handelt es sich um glaubhafte Zahlen. Wie vom EU-Gipfel verlautet, wird nun deutlich in Brüssel Druck auf den (noch) Ministerpräsident Socrates ausgeübt, schnell Hilfsgelder beim EFSF zu beantragen. Ausgeschlossen wird in Brüssel nicht, dass Socrates noch während des Gipfels die Hilfen beantragt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf einen hochrangigen EU-Vertreter.

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