s
Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Rätsel Autistenhirn

11.02.2014

Eine nordamerikanische Studie legt nahe, dass Menschen mit ASD im Ruhezustand mehr Informationen produzieren und ein italienisches Team findet Hinweise auf schlechtere neuronale Verbindungen

Ein Team von Neurowissenschaftlern um Roberto Fernández Galán von der Case Western Reserve University in Cleveland und Jose-Luis Pérez Velázquez von der University of Toronto hat mittels Magnetoenzephalografie (MEG) und der Kullback-Leibler-Divergenz (KLD) errechnet, dass die Gehirnaktivität bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) im Ruhezustand durchschnittlich um 42 Prozent höher liegt, als bei solchen aus einer Vergleichsgruppe. In der Vergangenheit hatten Neurowissenschaftler dieser "spontanen Aktivität" wenig Bedeutung beigemessen und vor allem stimulusinduzierte Betriebsamkeiten untersucht.

Das höhere Introspektionslevel, das Fernández Galán und Pérez Velázquez in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Frontiers in Neuroinformatics anhand ihrer Berechnung postulieren, stützt die umstrittene Intense-World-Theorie der beiden Neurowissenschaftler Henry und Kamila Markram, die am schweizerischen Brain Mind Institute (BMI) forschen. Diese Intense-World-Theorie beschreibt Autismus als ein Hyper-Funktionieren neuronaler Erregungskreise, das zu einer Über-Erregung und zur Vermeidung von zu vielen und zu ungeordneten Informationen von Außen führt.

Ein Team aus Neurowissenschaftlern am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Monterotondo, am Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) in Rovereto und an der Universität La Sapienza in Rom fand etwa gleichzeitig mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) und Testmäusen Hinweise darauf, dass neuronale Verbindungen dauerhaft schlechter funktionieren, wenn man während einer frühen Entwicklungsphase einen zeitweisen Mangel an Mikrogliazellen herbeiführt. Daraus entstehen ihrer in Nature Neuroscience veröffentlichten Studie nach Verhaltensauffälligkeiten, die man mit Autismus in Verbindung bringt: Darunter geringe Geselligkeit und ein Hang zur Wiederholung.

Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Guatemala in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Moral in der Maschine

Beiträge zu Roboter- und Maschinenethik

Demokratie am Ende?

Wolfgang J. Koschnick analysiert den Niedergang der entwickelten parlamentarischen Parteiendemokratien. Das verbreitete Klagen über "die Politiker" und die allgemeine "Politikverdrossenheit" verstellt den Blick dafür, dass alle entwickelten Demokratien in einer fundamentalen Strukturkrise stecken.

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.