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Nachrichten aus der Wissenschaft

Risiko Eifersucht?

04.04.2012

Einer israelischen Studie nach sollten gut aussehende Frauen bei Bewerbungsschreiben besser auf ein Foto verzichten

Um mehr über das Funktionieren von Bewerbungen herauszufinden, versandten die israelischen Wirtschaftswissenschaftler Bradley Ruffle und Ze’ev Shtudiner 5312 Lebensläufe erfundener Personen auf 2656 echte Stellenausschreibungen. Dabei verwendeten sie jeweils Zweierpaare von Bewerbungsschreiben, die sich sehr ähnlich waren. Der einen Hälfte war ein Foto beigelegt, der anderen nicht. Die Fotos hatten Testpersonen vorher in die Kategorien "hübsch" und "hässlich" eingestuft.

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Bei Männern zeigte sich das erwartete Ergebnis: Gutaussehende erhöhen offenbar mit einem Foto die Chancen auf ihre Einladung zu einem Bewerbungsgespräch signifikant. Auf ihre Bewerbungsschreiben reagierten Arbeitgeber fast doppelt so häufig positiv wie auf solche ohne oder mit hässlichem Foto. Bei Frauen jedoch ergab sich überraschend ein umgekehrter Effekt: Hier war der Anteil positiver Antworten bei Bewerbungen ohne oder mit eher hässlichen Fotos deutlich höher als bei solchen mit Bildern hübscher Gesichter.

Um zu testen, ob die erfundenen hübschen Frauen deshalb nicht zu Bewerbungsgesprächen eingeladen wurden, weil man sie einem Klischee folgend für dumm hielt, legten die beiden Wissenschaftler die Fotos Personen vor, die daraus auf die Intelligenz der Fotografierten schließen sollten. Hier ergaben sich Werte, die nahe legen, dass dies nicht die Ursache für das Phänomen sein kann. Eine andere mögliche Erklärung sehen die beiden Ökonomen darin, dass 93 Prozent derjenigen Personen, die in den Firmen die Auswahl der Bewerber vornahmen, weiblichen Geschlechts waren.

In Deutschland nutzt das Ergebnis der Studie Bewerbern allerdings nur bedingt: Hier wird von Bewerbungen - anders als etwa in den USA oder Großbritannien - erwartet, dass ihnen in jedem Fall ein Foto beiliegt. Diese Erwartung ist zwar informeller Natur, aber trotzdem fest verankert. Bemühungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, diese Gewohnheit aufzubrechen, blieben bislang (von einigen Ausnahmen abgesehen) relativ folgenlos.

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