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Russland, der Westen und die BRICS-Staaten: Aufreißende Gräben

21.07.2014

Australien droht mit Ausschluss Russlands von der G20 und vergisst dabei die BRICS-Staaten

Im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise hat Australiens Premierminister Tony Abbot, wie berichtet, erneut damit gedroht, Russland vom G-20-Gipfel im November auszuschließen. Eine Suche in den englischsprachigen Medien bei Google News zeigt, dass insbesondere im angelsächsischen Raum der Schuldige für den Abschuss des Malaysischen Flugzeugs längst in Moskau gesehen wird und es für eine Verurteilung offenbar keinerlei Beweise bedarf.

Entsprechend steigt der öffentliche Druck auf die australische Regierung, Russlands Präsidenten Vladimir Putin vom diesjährigen Gipfel auszuladen. Die Regierung in Canberra lässt es, dem nachgebend, nicht an markigen Worten fehlen und droht Moskau mit Konsequenzen für das G-20-Treffen. Einmal mehr wird damit deutlich, wie sehr viele im Westen die internationale Lage verkennen.

Die Gruppe der 20 ist nämlich anders als die G7/G8 keineswegs eine Veranstaltung, die von den USA und ihren Verbündeten kontrolliert wird. Ihr gehören neben der EU die 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer an, darunter auch die sogenannten BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Und unter diesen ist Russland alles andere als isoliert. Ein Treffen der BRICS-Staats- und Regierungschefs der-Staaten hatte dies erst letzte Woche im brasilianischen Fortalezza gezeigt. Die Vertreter der fünf Staaten sprachen sich nachdrücklich gegen die von den USA und der EU gegen Russland verhängten Sanktionen aus.

Die BRICS-Länder beherbergen immerhin rund 40 Prozent der Weltbevölkerung, repräsentieren 18 Prozent der Weltwirtschaft und verfügen über einen kombinierten Devisenschatz von vier Billionen US-Dollar. Auf dem Treffen in Brasilien war unter anderem die Gründung einer BRICS-eigenen Entwicklungsbank besiegelt worden. Sie wird in Shanghai angesiedelt und soll zunächst mit 100 Milliarden US-Dollar ausgestattet werden.

Pepe Escobar fragt unterdessen auf Asia Times Online, ob das zeitliche Zusammentreffen des BRICS-Gipfel und der Eskalation in der Ukraine purer Zufall ist. Immerhin dürfte die Schaffung der Bank vor allem die USA nicht ganz kalt lassen, da sie einen weiteren Beitrag zu einem Post-Dollar-Regime leistet. Auf jeden Fall ist klar, dass eine Konfrontation mit Russland auch zu einer Entfremdung mit den aufstrebenden Schwellenländern führen wird.

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