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Saudi-Arabien: Unterstützung des bahrainischen Königs notfalls mit Waffengewalt?

21.02.2011

Mit "all seinen Möglichkeiten" verspricht das saudische Königshaus Hamad bin Isa al-Khalifa im Konflikt mit der "schiitischen Opposition" zu helfen, wenn dieser nicht bald beigelegt werde

Hunderte von Demonstranten besetzen weiterhin den Platz in der Hauptstadt Manama, der "Pearl Roundabout" oder "Lulu" genannt wird. Er ist laut al-Jazeera und Twittermeldungen zum Zeltplatz geworden. Ähnlich wie der Tahrirplatz in Kairo wird er zum Zeichen an die Herrscher, dass man so lange bleiben wird, bis grundlegende Forderungen des Protestes erfüllt werden

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Wie die nun genau aussehen, wird nach Informationen der englischsprachigen Ausgabe von al-Jazeera gegenwärtig innerhalb der Oppositionsparteien diskutiert. Wahrscheinlich dürfte der Opposition vor allem an bedeutend besseren verfassungsrechtlich garantierten Rechten und wirtschaftliche Besserstellung für die Schiiten, an der Freilassung der politischen Gefangenen, Maßnahmen gegen die Korruption und Presse- und Meinungsfreiheit (siehe Forderungskatalog) gelegen sein und wahrscheinlich wird sie die Ablösung der Regierung fordern - ob sie allerdings, wie viele auf dem Platz, die Abdankung des Königs fordert, ist eher unwahrscheinlich.

Zwar hat sich in Bahrain nach dem brutalen Niedermetzeln Oppositioneller in der vergangenen Woche die Wahrnehmung der Herrschaft grundlegend verändert und das Königshaus immens an Glaubwürdigkeit verloren, ob sich das in radikale Forderungen seitens der Opposition umsetzt, hängt sehr davon ab, wie die Herrscher jetzt reagieren. Wie stark die internationale Unterstützung für den König Hamad bin Isa al-Khalifa ist, zeigte Saudi-Arabien am Wochenende. Dort ist man sehr beunruhigt über die Vorgänge im Inselstaat, das mit einer Brücke mit Saudi-Arabien verbunden ist.

Man sei bereit, "mit all seinen Möglichkeiten" das bahrainische Königshaus zu unterstützen, wenn der Konflikt mit der schiitisch geführten Opposition nicht bald gelöst werde, ließ Saudi-Arabien am Sonntag verlauten. Auch wenn das nicht eindeutig formuliert ist, kann man daraus die Drohung lesen, dass der Nachbarstaat notfalls auch mit Waffengewalt eingreifen würde, wenn er seine "Stabilitätsinteressen" nicht gewahrt sieht. Unterstützt wird König Hamad bin Isa al-Khalifa ebenfalls von den anderen arabischen Golfstaaten, die sich zum Gulf Cooperation Council (GCC) zusammengeschlossen haben.

Dass der arabisch-sprachige Sender al-Jazeera im Unterschied zur englisch-sprachigen Abteilung nur spärlich und sehr zurückhaltend über den Aufstand in Bahrain berichtet hat, ist ein weiteres Zeichen dafür, wie brisant die Lage in Bahrain eingestuft wird und welche starken Interessen, auch der USA, hier im Einsatz sind. Man fürchtet sich vor einem Aufstand der Schiiten, dessen Funke nach Saudi-Arabien, Kuweit und in andere Staaten mit einer schiitischen Minderheit überspringen könnte. Im großen geopolitischen Interessenspiel wird im Hintergrund mit einem wachsenden Einfluss Irans gedroht, was auch bei Forensdiskussionen immer wieder erwähnt wird, um Forderungen der Demonstranten in Bahrain zu diskreditieren (siehe dazu auch den lesenswerten, weil differenziert die verschiedenen Strömungen des Protests wiedergebenden Versuch zu verstehen aus der neuen Publikation The Influential Bahrainis Daily).

Währendessen versuchen die Demonstranten ihre Einigkeit - Sunniten und Schiiten als bahrainische Bürger - zu behaupten:

"love is never lost between Shia & Sunna. What they both want is social justice. Let's unite under that banner" Mahmood

bahraini.jpg

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