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Saudi-Arabien und Moskau für Kürzung der Ölförderung?

29.01.2016

Nach einem kurzen Anstieg der Ölpreise macht sich nach einem russischen Angebot aber wieder Ernüchterung breit

Nachdem die Nachricht am Donnerstag die Runde gemacht hat, dass Russland bereit sei, mit der von Saudi-Arabien geführten OPEC über eine gemeinsame Absenkung der Ölförderung zu sprechen, stiegen die Ölpreise zunächst deutlich an. Nach den Vorstellungen Russlands soll es eine Senkung der Fördermengen um bis zu 5% geben, sagte der russische Energieminister Minister Alexander Nowak in St. Petersburg. Er unterbreitete den Vorschlag und will zu einem Treffen über die OPEC-Staaten hinaus auch weitere Förderländer einladen.

An den Börsen gingen die Ölpreise im Anschluss deutlich nach oben. Das Barrel der Nordseesorte Brent stieg sogar zeitweise um knapp 8%, weshalb das Fass am Donnerstag zum Teil wieder fast 36 US-Dollar gekostet hat. Das war der höchste Stand seit drei Wochen. Ganz ähnlich sah die Entwicklung bei der US-Ölsorte WTI aus, die allerdings knapp unter der Marke von 35 Dollar blieb. Doch schon heute macht sich wieder Skepsis breit, auch wenn nur leichte Verluste anzeigen, dass abgewartet wird, ob aus der Initiative tatsächlich etwas wird. Etwa 1% gehen die Preise wieder nach unten, weshalb auch ein Fass Nordseeöl wieder unter der Marke von 35 Dollar gehandelt wird.

Diverse Analysten glauben nicht, dass es tatsächlich eine Einigung geben wird, wenn es überhaupt zu dem vorgeschlagenen Treffen kommt. Es werde eine "falsche Hoffnung" geweckt, meint Michael D. Cohen von der Barclays Bank. Damit werde nur versucht, die Stimmung am Markt zu ändern und darüber die Preise zu erhöhen. Andere Analysten verweisen auf die vielen offenen Fragen, auch was die Kontrolle angeht. Ohnehin hat Saudi-Arabien schon klare Bedingungen genannt. Angesichts des Irans, der nach dem Ende der Sanktionen zurück auf den Ölmarkt drängt, sei eine Reduzierung nur möglich, wenn sich neben dem Iran zudem noch der Irak einbinden lasse.

Klar ist aber, dass die Bereitschaft, sich abzustimmen, zunimmt. Denn nicht nur Russland bereiten die niedrigen Preise enorme wirtschaftliche Probleme. Das Rekord-Haushaltsdefizit von gut 20% in Saudi-Arabien macht deutlich, dass auch die Saudis zunehmend in Bedrängnis kommen. Klar ist auch, dass es auch um die Weltwirtschaft nicht sonderlich gut bestellt ist, weshalb mit einem Nachfrageschub kaum zu rechnen ist.

Sogar der Internationale Währungsfonds hat kürzlich gewarnt, "das globale Wachstum könnte entgleisen". Und dabei hat der IWF nicht nur das kriselnde China im Blick. Es gibt weitere deutliche Anzeichen dafür, dass es um die Weltkonjunktur eher schlecht bestellt ist. Der massive Absturz des Baltic-Dry-Index (BDI) lässt einige Analysten sogar vermuten, dass die Weltwirtschaft auf Rezessionskurs geht. Die Frachtraten gelten als bedeutendster Frühindikator. Der Absturz des BDI prognostizierte 2008 die kommende schwere Krise. Seit Anfang Januar stürzt mit den Börsen in China auch der BDI ab. Er ist längst deutlich unter die Marke von 2008 gestürzt und erreichte vergangenen Freitag das neue Allzeit-Tief von 354. Seither hat er sich nicht stabilisiert, sondern er geht immer tiefer in den Keller und steht nun auf 325.

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