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Saudi-Arabien verbietet Guy Fawkes-Masken

31.05.2013

Die Maske sei ein Symbol für Rebellen und Rache, warnt das Ministerium für islamische Angelegenheiten. Das Innenministerium reagiert mit einem Importverbot

Alle Guy-Fawkes-Masken, die in saudi-arabischen Geschäften zu finden sind, sollen konfisziert und Importe umgehend gestoppt werden. Das hat nach Berichten saudischer Medien das Innenministerium in Riad verfügt. Zuvor hatte das Ministerium für islamische Angelegenheiten Jüngere davor gewarnt, die Maske zu tragen, weil sie ein "Symbol für Rebellen und Rache" sei, das über das Internet verbreitet würde. Imame und Eltern wurden angewiesen, vor solchen "ausländischen Dingen" in "unserer konservativen Gesellschaft" zu mahnen, weil sie die Jugendlichen aufhetzen, die Sicherheit gefährden und Chaos verbreiten könnten.

Am 5. November 1605 versuchte der damals 36-jährige englische Katholik Guy Fawkes und seine Mitverschwörer, den absolutistischen Stuart-König James I. mitsamt dem Londoner Parlamentsgebäude und seinen Abgeordneten durch 2,5 Tonnen Schießpulver in die Luft zu jagen. Der Anschlag wurde verhindert; die politische Sprengkraft ist mit der Verfilmung "V for Vendetta" in unsere Zeit transportiert worden. Die Botschaft "Krieg den Palästen" fand 2011 auch bei den arabischen Aufständen Resonanz. Bei Demonstrationen in arabischen Ländern tauchten die Guy Fawkes-Masken häufig auf.

"The Guy Fawkes mask has now become a common brand and a convenient placard to use in protest against tyranny", so der Comic-Zeichner David Lloyd, der die Vorlage für "V for Vendetta" zeichnete.

Besonders im Golfstaat Bahrain und seinem großen Nachbar Saudi-Arabien war man sehr nervös darüber, dass der Funke überspringen könnte. Zusammen gingen beide Länder rücksichtslos gegen Demonstranten und Oppositionelle in Bahrain vor (vgl. Wie man eine Opposition auf Jahre hinaus zerstört und Bahrain: Auslöschungskrieg gegen Opposition).

Die Vereinigten Emirate verboten spezielle, für die UAE angefertigte Guy Fawkes-Masken im November 2012. Im Februar dieses Jahres erklärte Bahrain, wo die kritischen Geister trotz drastischer Maßnahmen noch immer nicht zum Schweigen gebracht wurden, die symbolhafte Maske für verboten.

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