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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Saudischer Kronprinz gestorben

17.06.2012

Die vom Westen verwöhnte, autoritär regierende, islamisch fundamentalistische Monarchie könnte wegen der Folgen der Vielehe in Probleme kommen

In Saudi-Arabien ist bereits der zweite Kronprinz gestorben, was die die im Westen als Stabilitätsfaktor geschätzte saudische Monarchie in Unruhe stürzen könnte. Der regierende König Abdullah der ebenso autoritären wie religiös fundamentalistischen Monarchie ist immerhin bereits 88. Der Kronprinz Nayef bin Abdul Aziz al-Saud, der als Innenminister fungierte, war allerdings auch schon 78 Jahre. Offenbar hat die weit verzweigte Adelsfamilie Probleme damit, nicht nur den Staat zu modernisieren, sondern auch ihre Führung zu modernisieren.

Das Problem liegt auch darin, dass die Söhne des Begründers der saudischen Monarchie, Abdul Aziz Bin Saud (gestorben 1953), aufgrund der Vielehe zahllose Kinder und Kindeskinder haben, die allesamt an die Macht und das Geld drängen. Aziz hat fast 40 Söhne gehabt, die wiederum mit mehreren Frauen Kinder gezeugt haben - das geht explosiv und wird unüberschaubar. Mittlerweile soll es an die 7.000 Prinzen geben. Das kann nicht gut ausgehen, auch wenn bislang die Teilhabe am Vermögen für Befriedung sorgt. 5 der Brüder sind schön König geworden, noch gibt es 20 Söhne von Aziz. Nayef, seit 1975 Innenminister, hat den Kampf gegen den Terrorismus vorangetrieben. Vermutlich wird nun sein Bruder, bislang stellvertretender Minister, den Posten übernehmen.

Mit dem Tod des Hardliners könnte allerdings auch Bewegung in die saudische Monarchie kommen. Nayef hat den Wahhabismus hoch gehalten, sich jeder politischen Veränderung entgegengestellt und natürlich auch den arabischen Frühling in Tunesien und Ägypten nicht begrüßt. Den Geheimdienst setzte er an, um jede Opposition im eigenen Land zu unterdrücken. Prinz Salman, der 32. Sohn von Aziz mit einer Tochter und 12 Söhnen, dürfte nun, wie vermutet wird, der nächste Kronprinz werden. Er ist seit kurzem Verteidigungsminister und mit 78 Jahren auch nicht gerade jung. Allerdings soll er ein wenig liberaler als Nayef eingestellt sein.

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