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Schere, Stein, Papier

24.02.2016

Eine neuartige Chatfunktion bringt Entscheidungsprozesse in der freien Wirtschaft ans Tageslicht

HipChat kommt aus Australien, vom Start-up-Star Atlassian. Und HipChat ist zuerst einmal ein Konkurrenzprodukt für Slack. Wie man unschwer am Namen erkennen kann, handelt es sich dabei um ein Chatprogramm, das im Business Umfeld eingesetzt werden soll. Damit Teams produktiver und besser vernetzt und blablabla werden, kennt man.

Allerdings hat sich Atlassian entschieden, nun fast im wahrsten Sinne des Wortes ein Kellerfeature einzubauen.

Schere, Stein, Papier.

Ja, genau, das Kinderspiel, das wir alle bis zur Abnutzung der Handgelenke schon neben dem Sandkasten gespielt haben. Und die digitale Form nutzt einfache Zufallsdarstellung der bekannten Symbole, damit man auch mal gegen den Chef oder den Assistenten, vielleicht auch gegen Müller von den Finanzen eine Runde die Schere in den Stein rammen kann.

Das soll entspannen, meinen die Entwickler:

"HipChat is all about helping teams get their work done, but sometimes even the hardest working team just needs to take a break and have a little fun," the company said in an email to Mashable. "In that vein, HipChat has integrated a digital version of the old rock-paper-scissors."

Ah, sagen wir, klar, Australien, hart arbeitende Kerle, aber immer für einen Spaß zu haben, und wenn es nur die Foster-Flasche im Styroporhandkühler ist, aber immerhin, lustig sind sie da in Australien.

Mitnichten.

Atlassian hat nämlich messerscharf erkannt, wie heutzutage Entscheidungen im Businessumfeld getroffen werden. Eben nicht auf Grund einer umfassenden Analyse und mit der der Hilfe von Big Data, bis die Servierplatte schmilzt. Schere, Stein, Papier kommt dem ganzen Entscheidungsprozess schon ein wenig näher. Und ist vielleicht ehrlicher.

Vermutlich kennt das der Aufsichtsrat so mancher Fortune 500 Company ganz gut, aber nun können auch Teams, die sich nicht auf den nächsten Schritt einigen können, auf das einfache "Ich habe Recht, denn ich war Schere"-Prinzip berufen.

Und die, die es bisher nicht taten, die werden die Segnungen der neuen, technikunterstützten Management-by-Paper-Strategie sehr zu schätzen wissen. Sie geht schneller als der zähe Entschluss durch Gremien. Solange jedenfalls jemand auch Entscheidungen herbeiführen und nicht vertagen will.

Da wäre dann "Ochs am Berg" vielleicht das richtigere Tool.

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