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Schon 2007 waren 20 Prozent der Griechen armutsgefährdet

06.05.2010

In der Eurozone sind 16 Prozent armutsgefährdet, in Griechenland ist man mit einem Jahreseinkommen von mehr als 3.638 Euro nicht mehr arm

Im Jahr 2007 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in der EU durchschnittlich 17 Prozent der Menschen – 85 Millionen – armutsgefährdet. Die Zahl dürfte im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter angestiegen sein. Der Auswertung liegen die Daten der 2008 durchgeführten Erhebung EU-SILC (European Union Statistics on Income and Living Conditions) zugrunde.

Die Eurozone lag mit 16 Prozent knapp unter dem Durchschnitt. Am gefährdesten sind Menschen unter 18 Jahren. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern. So war in Lettland jeder Vierte (26%) mit einem Einkommen von unter 2.899 Euro im Jahr armutsgefährdet, während dies am anderen Ende in der Tschechischen Republik nur 9 Prozent mit einem Jahreseinkommen unter 3.638 Euro. Die Armutsgefährdung liegt auch in der Slowakei und in den Niederlanden mit 11 Prozent gering, in Rumänien (23%), Bulgarien (21%), Spanien (20%) und Griechenland (20%) ist es hingegen hoch.

Die Griechen haben mithin allgemein auch schon vor 3 Jahren nicht geprasst, um armutsgefährdet zu sein, musste hier das Jahreseinkommen unter 6.840 Euro liegen – zum Vergleich: In Deutschland sind 15 Prozent armutsgefährdet, der Schwellenwert steht bei 10.953 Euro. Wenn es die staatlichen Sozialleistungen nicht gäbe, wäre allerdings schon ein Viertel der Menschen in Deutschland armutsgefährdet.

In Griechenland waren 2007 23 Prozent der Unter-18-Jährigen armutsgefährdet, in Deutschland 15 Prozent. In Deutschland sind knapp über 10 Prozent der Unter-25-Jährigen arbeitslos, in Griechenland sind es über 27 Prozent – allerdings wird es in der Eurozone von Spanien mit einer Quote von 41 Prozent weit überholt. Dass sich angesichts einer zunehmend verschlossenen Zukunft die Wut der jungen Menschen aufstaut und sich möglicherweise nicht nur jetzt in Griechenland, sondern wie schon Ende 2008 auch in anderen Ländern entlädt ( Die Wut einer enttäuschten Generation), wäre nicht erstaunlich.

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