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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Schuld ist "die systematische Entfernung von Gott aus unseren Schulen"

15.12.2012

Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee hat eine Erklärung für das Sandy-Hook-Grundschulmassaker

Mike Huckabee ist ein evangelikaler Prediger, der von 1996 bis 2007 Gouverneur von Arkansas war und sich bei den Vorwahlen 2008 als republikanischer Präsidentschaftsbewerber versuchte. Damals spielte er trotz verhältnismäßig geringer finanzieller Ausstattung relativ lange ganz vorne mit, weil er die den streng religiösen Flügel der Partei praktisch vollständig hinter sich versammeln konnte. Später erregte er unter anderem mit der etwas verklausulierten Forderung Aufsehen, man solle den möglichen Wikileaks-Whistleblower Bradley Manning wegen Geheimnisverrats hinrichten.

Nun verhilft ihm das Sandy-Hook-Grundschulmassaker zu neuen Schlagzeilen. Dem konservativen Boulevardsender Fox News antwortete er auf die Frage, "wie Gott das Massaker geschehen lassen konnte" mit einem Verweis auf Verbote von Schulgebeten und religiösen Materialien im Unterricht:

"Wir fragen uns, warum es Gewalt an unseren Schulen gibt, aber wir haben systematisch Gott aus unseren Schulen entfernt. Müssen wir jetzt wirklich derart überrascht sein, dass Schulen Orte von Blutbädern wurden?"

Huckabee nach hat die strenge Trennung von Kirche und Staat im Erziehungswesen zur Folge, dass man an Schulen nicht mehr über Konzepte wie Leben, Verantwortung und Ewigkeit sprechen will. Wer aber nicht daran glaube, dass er sich im Jüngsten Gericht für seine Taten vor Gott verantworten muss, der fürchte auch keine entsprechenden Konsequenzen und schrecke deshalb weniger vor Gewalttaten zurück.

Auf die Trauernden bezogen meinte der entschiedene Gegner strengerer Waffengesetze, man hätte Gott lieber vorher "hereinlassen" sollen, dann müsste man sich nicht erst an ihn wenden, wenn etwas unabwendbar gesehen sei. Gott werde aber trotzdem in der Gestalt von Menschen präsent sein, die Hinterbliebene und Überlebende umarmen, therapieren und ihnen auf vielerlei andere Weise Trost spenden.

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