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Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Skype: Microsoft hört jetzt mit

01.08.2012

Der arme Kerl, der sich das alles anhören muss. Der Code von Skype wurde mithörfähig gemacht

Wer glaubt, dass er jetzt noch unerkannt seiner Tante alles Gute zum Geburtstag wünsche kann, der irrt sich. Seit neuestem hört Microsoft bei Skype mit, was allerdings nicht alle zu stören scheint. Und wen es stört, der denkt richtig. Microsoft hat auf Druck oder in voreilendem Gehörsam die Plattform so aufgebohrt, dass nun der NSA oder CIA oder die Men in Black oder wer auch immer in schwarzen Anzügen mithören können. Und das darf man bitte wörtlich nehmen, denn Siri wird ja wohl kaum zugange sein, um all das hin zu schreiben, was bei Skype an Plaudereien abgeht. Wer einmal versucht hat, auch nur ansatzweise einen richtigen Text mit dem jetzt in OS X Mountain Lion integrierten Service eindeutig und fehlerlos einzusprechen, der weiss, dass das CIA sicher keine Freude an Sätzen wie Ich bombe mich im Schuh, wenn der Dackel wackelt hätte.

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, das der freundliche Geheimdienstmitarbeiter nicht des Paschtunischen mächtig ist und deshalb bei Gesprächen aus Afghanistan leider Sisi für Englisch eingestellt hatte.

Einerlei. Wichtig für uns zu wissen: Da sitzen wirklich Menschen mit allerlei Muttersprachen an den Kopfhörern und kriegen ein Gespräch auf die Ohren, sobald ein Signalwort die Server erreicht. Vielleicht einfach einmal ausprobieren und unverfängliche Sätze wie Mensch, als neulich der Sprengstoff in London ankam, hätte ich nie gedacht, dass wir bis zur Schlussfeier die Klebestreifen an der Rückwand anbringen können.

Wenn dann fünf Minuten später die Türe eingetreten wird und dreissig Bewaffnete brüllend im Raum stehen, dann weiss man zumindest, dass das alles mit dem Mithören mehr als ein Gerücht ist.

Bis dahin sollten wir den Leuten von diversen Diensten - inkognito natürlich - einfach ein paar Blumen schicken. Sie können einem leid tun bei dem Scheiss, der ständig über Skype ausgetauscht wird. Wenn man ein rhythmisches Scheppern im Hintergrund hört, dann ist das keine Skypestörung, sondern der Agent, der am Gefasel verzweifelt und seinen Kopf im Dreivierteltakt auf die Schreibtischkante vor einem aufschlagen lässt. Ja, Skype kann weh tun.

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Stanislaw Lem war einer der bekanntesten SF-Autoren, der lange vor seinem Tod der Literatur abgeschworen hatte und sich essayistisch mit unserer Zukunft auseinandersetzte.

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